Steigende Gaspreise: Verivox sieht wachsenden Druck auch für Bestandskunden

Verbraucher müssen sich laut Verivox auf weitere Gaspreissteigerungen einstellen – sogar bestehende Verträge sind betroffen. Preiserhöhungen machen einen kritischen Blick auf Preisgarantie, Laufzeit und Kündigungsfristen unverzichtbar.

heute 01:02 Uhr | 3 mal gelesen

Verivox prognostiziert spürbare Mehrkosten

Es ist kein Geheimnis mehr: Die Gaspreise in Deutschland bewegen sich nicht nur auf hohem Niveau, sondern klettern weiter. Verivox-Chef Daniel Puschmann macht wenig Hoffnung auf eine schnelle Entspannung und weist darauf hin, dass die Preisanpassungen dieses Mal auch langjährige Vertragskunden treffen könnten.

Kilowattstunde Gas: Spürbarer Preisanstieg

Mit rund 13 Cent pro Kilowattstunde zahlen Haushalte aktuell etwa ein Fünftel mehr als noch vergangenes Jahr. Wer die jährliche Abrechnung fürchtet, sollte sich frühzeitig um günstige Alternativen kümmern und die eigenen Vertragskonditionen durchforsten – ist zum Beispiel noch eine Preisgarantie inkraft, sieht die Situation gelassener aus. Doch wie es weitergeht, steht eigentlich in den Sternen, da sich die Beschaffungsstrategien der Energieanbieter stark unterscheiden.

Großhandelspreis: Explosion am Markt

Vom Großhandel ganz zu schweigen: Innerhalb eines Jahres hat sich der Preis für eine Megawattstunde mehr als verdreifacht – im Februar waren es noch 32 Euro, nun stehen satte 96 Euro im Raum. Die gestiegenen Einkaufspreise schlagen logischerweise nicht sofort durch, sie erreichen die Haushalte meist mit ein paar Monaten Verzögerung. Immerhin: Im Moment droht keine unmittelbare Versorgungsknappheit, auch wenn die Speicher nicht gerade prall gefüllt sind.

Einordnung der Versorgungslage

Verivox zieht einen Vergleich zu 2022, als die Unsicherheit groß war. Dieses Jahr bestimmt stattdessen die Preisfrage das Bild, nicht die Angst vor dem ausgebliebenen Gas. Weltweit kämpfen aber auch andere Länder wie Japan um Rohstoffe, was die europäische Gasbeschaffung noch angespannter macht.

Vertragskonditionen – Detailfalle mit Wirkung

Einzelne Vertragsdetails können schmerzhaft lange Nachwirkungen entfalten. Während neue Tarife oft monatlich kündbar werden, verlängern sich ältere Verträge manchmal unbemerkt um ein oder zwei Jahre. Wer sich also nicht rechtzeitig kümmert oder schlicht vergisst zu kündigen, bleibt schnell am teureren Tarif hängen.

Politik und Verbraucher unter Handlungsdruck

Puschmann wirft der Politik einen Tunnelblick beim Thema Spritpreise vor. Dabei werden Strom- und Gaspreise für die Haushalte eher zum „schleichenden Schmerz“, der sich erst Monate später auf der Abrechnung zeigt. Eine vorgeschlagene Entlastung – die Stromsteuer auf das europäische Minimumniveau zu senken – könnte Haushalte zumindest etwas entlasten, aber die Debatte um solche Maßnahmen zieht sich bekanntlich gern in die Länge.

Haushalte spüren Mehrfachbelastung

Weil die Preissteigerungen erst mit einer gewissen Verzögerung beim Endkunden ankommen, überschneiden sie sich oft mit anderen Kostenanstiegen. Vor allem Verträge ohne Preisgarantie sind schneller betroffen, während Garantieklauseln aktuell eine Art Beruhigungsmittel darstellen. Die Vertragslaufzeit bleibt jedoch ein erheblicher Fallstrick.

Zusammenhang mit Strompreisen

Wer glaubt, die teuren Gaspreise blieben im eigenen Bereich gefangen, irrt. Weil Gaskraftwerke häufig die Preisbildung an der Strombörse beeinflussen, kann sich eine Gaspreisexplosion leicht zum Stromkostenschock ausweiten. Damit bleibt für die meisten Haushalte die Devise: Wer nicht wechselt und prüft, zahlt oft doppelt.

Zunehmender Kostendruck für Verbraucher

Die jüngste Entwicklung am Gasmarkt bedeutet für viele Menschen in Deutschland eine wachsende finanzielle Belastung, die insbesondere Haushalte ohne aktuelle Preisgarantie spüren. Da die Großhandelspreise sich binnen kurzer Zeit verdreifacht haben, ist davon auszugehen, dass auch Strompreise weiter steigen, zumal Gaskraftwerke oft den Preis an der Strombörse mitbestimmen. Für Entlastung könnten politische Maßnahmen wie die Absenkung der Stromsteuer sorgen – allerdings ist die Finanzierung dieser Schritte politisch umstritten, weshalb kurzfristige Lösungen individuell durch Vertragsprüfung und Preisvergleiche gesucht werden müssen.

Weitere aktuelle Details (Recherche, Stand 08.11.2026):

Aktuelle Artikel warnen, dass sich die Gasversorgungslage trotz gestiegener Preise als stabil herausstellt, da Alternativen zur russischen Pipelineversorgung mittlerweile greifen und die deutschen Gasspeicher vor dem Winter gut gefüllt sind, aber die Preisdynamik bleibt problematisch. Die Bundesregierung debattiert weiterhin eine deutliche Stromsteuersenkung, doch hagelt es Kritik wegen fehlender Kompensation im Staatshaushalt und dem Risiko ungleicher Entlastungswirkungen für verschiedene Verbrauchergruppen. Zudem wird vor einem Welleneffekt gewarnt: Steigende Energiepreise treiben die Gesamtinflation, wodurch nicht nur Heizen, sondern praktisch alles im Alltag teurer werden kann.

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