ASB fürchtet Kürzungen im Rettungsdienst bei mangelnder Finanzierung

Der Arbeiter-Samariter-Bund sieht den Erhalt wichtiger Rettungsdienste bedroht, sollte es keine ausreichende Refinanzierung der gestiegenen Löhne geben. Während zentrale Aspekte der Notfallreform begrüßt werden, warnt der Verband vor folgenschweren Einschnitten.

heute 01:02 Uhr | 2 mal gelesen

Warnung vor Folgen bei Rettungsdiensten

Manchmal frage ich mich ja wirklich, wie knallhart ein Gesetz das Leben an der Basis verändern kann – leider nicht immer zum Besseren. Der Vorsitzende vom ASB, Knut Fleckenstein, hat nun ziemlich deutlich gemacht, dass es für Hilfsorganisationen richtig eng werden könnte. Fehlen Gelder, weil höhere Gehälter und Tarifsteigerungen nicht vollständig abgedeckt sind, müsste man an den Rettungswagen sparen – ein Gedanke, der einen doch etwas beunruhigt.

Reform begrüßt, aber mit Vorbehalten

Der ASB ist zu großen Teilen für die beschlossene Notfallversorgungsreform. Immerhin, so Fleckenstein, verdiene sie tatsächlich den Namen "Reform". Dass damit aber wirklich überall kürzere Wartezeiten entstehen, will er lieber nicht versprechen. Gar nicht so einfach: Integrierte Notfallzentren zu schaffen, hält er für einen richtigen Schritt, glaubt aber, dass der Aufbau kein Spaziergang wird. Positiv bewertet der ASB auch die geplante Kombination der Notfallnummern 112 und 116117 – immerhin eine Vereinfachung für Bürger.

Mehr Kompetenzen für Notfallsanitäter gefordert

Ein bisschen Empörung schwingt mit, wenn Fleckenstein darauf drängt, dass Notfallsanitäter künftig rechtlich abgesichert die Maßnahmen ausüben dürfen, die sie im Ernstfall beherrschen und für notwendig halten. Aktuell gibt es noch die Blockade: Bestimmte Eingriffe dürfen nur Ärzt:innen. Das führt, und das kann ich verstehen, bei vielen Sanis zu Unsicherheit und Stress im Einsatz – eigentlich das Letzte, was man in diesen Situationen noch oben drauf braucht.

Zusammengefasst: Sorge, Hoffnung und Baustellen

Der Arbeiter-Samariter-Bund warnt, dass Hilfsorganisationen wie der eigene Verband Rettungswagen aus Kostengründen streichen könnten, falls steigende Lohnkosten nicht durch ausreichende öffentliche Mittel abgefedert werden. Die aktuelle Reform der Notfallversorgung befürwortet der ASB zwar überwiegend, betont aber, dass der Aufbau integrierter Zentren und die Zusammenführung der Notrufnummern zwar richtige, aber herausfordernde Projekte darstellen. Auch fordert der ASB Nachbesserungen im Notfallsanitätergesetz – das Ziel: mehr Rechtssicherheit und größere Befugnisse für qualifizierte Sanitäter.

Recherche-Update: In den letzten 48 Stunden erschienen weitere Meldungen zum Thema Reform der Notfallversorgung in Deutschland. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Reform darauf abzielt, Patientenströme besser zu steuern, indem sie mehr Menschen an ärztliche Notdienste verweist und den Rettungsdienst entlasten will; allerdings äußern sich Kritiker skeptisch, ob dies Wartezeiten wirklich verkürzen kann (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Laut Tagesspiegel wurde im Bundestag besonders die Einführung sogenannter integrierter Notfallzentren kontrovers diskutiert, deren Finanzierung und personelle Ausstattung bislang jedoch unklar bleibt (Quelle: Tagesspiegel). Und Die Zeit hebt hervor, dass gerade der ländliche Raum Gefahr läuft, von den Änderungen zu profitieren: Fehlende Ärztinnen und Sanitärerinnen vor Ort könnten eine zentrale Schwachstelle bleiben (Quelle: Die Zeit).

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