Leichter Anstieg der behördlich gemeldeten Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter

Zum Stichtag Ende 2025 waren in Deutschland etwa 32.500 Menschen aufgrund des Prostituiertenschutzgesetzes offiziell als Prostituierte registriert – ein kleiner Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.

heute 08:13 Uhr | 2 mal gelesen

Die Statistik des Statistischen Bundesamtes zeigt für Ende 2025 einen minimalen Anstieg von 0,7 Prozent gemeldeter Sexarbeiter im Vergleich zu 2024, nämlich exakt 32.500 zu 32.300. Dennoch liegt diese Zahl weiterhin spürbar unter der Vor-Corona-Marke von 2019, wo mit 40.400 Registrierungen ein ganz anderes Niveau erreicht wurde. Übrigens: Die genehmigten Prostitutionsbetriebe – Bordelle, Vermittlungen und dergleichen – stagnieren nahezu bei rund 2.260 und haben sich gegenüber 2024 kaum verändert (+0,1 Prozent). Vor der Pandemie lag diese Zahl übrigens bei 2.170. Die Angaben stützen sich ausschließlich auf das Prostituiertenschutzgesetz; wer sich nicht anmeldet oder einen Betrieb ohne Genehmigung führt, taucht in diesen Zahlen gar nicht erst auf. Besonders auffällig ist die Altersverteilung: Rund drei Viertel der Registrierten sind zwischen 21 und 44 Jahre alt, ein weiteres Viertel ist 45 Jahre oder älter, der Anteil der 18- bis 20-Jährigen bleibt gering. Lediglich 18 Prozent der offiziellen Prostituierten besitzen einen deutschen Pass – am stärksten vertreten sind Menschen rumänischer, bulgarischer und spanischer Herkunft. Die typische Umgebung? 93 Prozent der zugelassenen Betriebe fallen unter die Kategorie Bordell oder Prostitutionsstätte, Vermittlungen und fahrende Angebote machen hingegen nur einen kleinen, fast zu vernachlässigenden Anteil aus.

Im Jahr 2025 ist die Zahl offiziell gemeldeter Prostituierter in Deutschland nach einem jahrelangen Rückgang erstmals wieder leicht gestiegen. Trotzdem bleibt das Niveau deutlich unter dem von 2019. Der Großteil der professionellen Sexarbeitenden ist zwischen 21 und 44 Jahre alt, und die Branche ist nach wie vor von Migrantinnen und Migranten aus Ost- und Südeuropa geprägt. Die Anmeldedaten nach dem ProstSchG bilden allerdings nur einen Teil der Realität ab, da viele Menschen in diesem Arbeitsfeld aus Angst vor Stigmatisierung oder Bürokratie auf eine Anmeldung verzichten. Behörden und Beratungsstellen weisen darauf hin, dass das Dunkelfeld vermutlich groß bleibt und eine verlässliche Einschätzung der tatsächlichen Zahl von Prostituierten schwierig ist. Zeitgleich werden laufend Forderungen nach einer besseren Unterstützung, Entstigmatisierung und rechtlichen Absicherung von Sexarbeitenden laut. Im vergangenen Jahr gab es zudem Diskussionen, ob und wie das ProstSchG angepasst werden soll, weil die Normen teils als zu aufwendig oder wenig alltagsnah kritisiert werden.

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