Ifo-Institut beobachtet erneutes Anziehen des Fachkräftemangels in Deutschland

Immer mehr Unternehmen in Deutschland spüren wieder einen Mangel an qualifizierten Fachkräften – das zeigt die aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts.

heute 08:18 Uhr | 1 mal gelesen

Wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte, meldeten im Juli dieses Jahres 23,2 Prozent der befragten Betriebe, dass ihnen geeignetes Personal fehlt. Im April war dieser Wert noch bei 21,1 Prozent gelegen – der Mangel nimmt also messbar zu, bleibt aber unter dem langjährigen Mittelwert von 31,7 Prozent. 'Die schwächelnde Wirtschaftslage dämpft den Bedarf an Fachkräften derzeit noch', erklärt Ifo-Expertin Daria Schaller. Aber mit einer anziehenden Konjunktur dürfte sich auch das Personalproblem weiter verschärfen. Besonders im Dienstleistungsbereich stagniert der Anteil der betroffenen Firmen mit 25,7 Prozent, jedoch gab es in manchen Sparten deutliche Sprünge. Telekommunikationsunternehmen berichten von einer Verdopplung des Mangels auf 31,1 Prozent, ein Stand wie seit Oktober 2023 nicht mehr. Im Bereich Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung schoss der Wert sogar auf 64,7 Prozent hoch – drastischer Anstieg gegenüber dem Frühjahr. Der Einzelhandel bleibt hingegen mit 16,2 Prozent auf eher entspanntem Niveau. In der Industrie sieht sich immerhin knapp jedes fünfte Unternehmen auf der Suche nach Fachkräften, besonders angespannt ist die Lage in der Papierbranche (35 Prozent). Auch im Bauhauptgewerbe schlägt sich der Mangel mit fast 33 Prozent deutlich nieder. Ifo-Forscherin Schaller merkt an: Mehr Arbeitslosigkeit heißt nicht automatisch, dass es genug geeignetes Personal gibt – die Qualifikationen müssen auch passen.

Im Juli 2024 meldete das Ifo-Institut, dass der Anteil der Firmen mit Fachkräfteengpässen erstmals seit Monaten spürbar gestiegen ist – allerdings liegt der Wert noch immer unter dem langjährigen Schnitt. Auffällig sind besonders die kräftigen Zuwächse in spezialisierten Dienstleistungsbranchen wie Telekommunikation und Wirtschaftsprüfung, wo die Personalnot teils historische Höchststände erreicht. Neuesten Berichten zufolge verschärft sich das Problem regional unterschiedlich, wobei Ostdeutschland und ländliche Gegenden stärker betroffen sind. Laut aktuellen Studien haben Faktoren wie demografischer Wandel, Zuwanderungsdebatten und wachsende Anforderungen an Digitalisierung weiterhin einen spürbaren Einfluss auf die Lage von Bewerber*innen wie Unternehmen. Medien und Arbeitsmarktforscher diskutieren derzeit, wie gezielte Qualifizierungsmaßnahmen, Weiterbildung und Einwanderungspolitik die Engpässe teilweise abfedern könnten.

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