Was interessant ist: In diesem Jahr sind Bosch und das aufstrebende Tech-Unternehmen Humanoid aus London einen engen Schulterschluss eingegangen. Während Humanoid die eigentliche Entwicklung übernimmt, kümmert sich Bosch vor allem um das Aufziehen der Fertigungslinie. Angedacht sind erstmal ein paar Hundert Exemplare – noch bescheidene Zahlen in der Welt der Massenproduktion. Ein paar Details sind allerdings noch in der Schwebe: Möglicherweise wird Bosch auch grundlegende Komponenten wie Motoren und Sensorik beisteuern – eine Entscheidung steht aber noch aus.
Der erste größere Abnehmer ist auch schon gefunden, und zwar kein Unbekannter: Der Autozulieferer Schaeffler plant, die neuen Roboter direkt in seine Produktionsabläufe einzubinden. Ein gutes Beispiel für die neue Industrie-Kollaboration, denn sowohl Bosch als auch Schaeffler sind finanziell an Humanoid beteiligt. Der Markt für diese smarten, menschenähnlichen Maschinen steckt noch in den Kinderschuhen – aber Hoffnung und Erwartungen gehen schon jetzt weit auseinander. Zunächst sind Einsätze in Fabriken und der Logistikbranche angedacht. Später könnten sie auch in Pflege und Haushalt ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Bis jetzt waren Unternehmen aus China und den USA die Taktgeber, aber mit diesem Projekt will Bosch offenbar den Takt im Schwarzwald ein Stück weit mitbestimmen.
Bosch und das Start-up Humanoid planen einen ambitionierten Einstieg in die Serienproduktion menschenähnlicher Roboter und wollen damit vor allem die industrielle Automatisierung in Europa vorantreiben. Die Zusammenarbeit ist strategisch klug: Bosch bringt Fertigungsexpertise ein, während Humanoid mit KI und Robotik-Innovation glänzt. Fachleute beobachten den Markt gespannt, denn bislang dominieren US-amerikanische und chinesische Anbieter wie Tesla (mit 'Optimus') oder Unternehmen aus Schenzen den Sektor, aber die Partnerschaften in Europa könnten hier neue Dynamik reinbringen. In aktuellen Berichten (Quelle: Handelsblatt, FAZ) wird hervorgehoben, dass neben Bosch auch andere deutsche Unternehmen wie Siemens und Schaeffler die Entwicklung humanoider Roboter stärker vorantreiben wollen, um Arbeitskräftemangel und Effizienzprobleme im eigenen Land zu begegnen. Prognosen sprechen davon, dass bis 2030 humanoide Roboter insbesondere in der Produktion, Logistik und später in der Pflege immer wichtiger werden könnten, wobei ethische und technische Fragen – etwa zum Umgang mit KI am Arbeitsplatz – zunehmend an Bedeutung gewinnen.