Resch sieht den enormen Kostendruck in der Industrie durchaus – das spüre man an allen Ecken und Enden: Unternehmen geraten zunehmend ins Schlingern, die Führungsetagen werden nervös. Seit 2019 sind allein im Südwesten etwa 75.000 Jobs im Metall- und Elektrosektor verloren gegangen, insbesondere trifft es die Automobilwirtschaft. Da wirft dann so ein Vorstoß wie von Mercedes – nämlich mehr Stunden zum gleichen Lohn – besonders hohe Wellen. Aber Resch kontert: Weniger Nachfrage? Mehr arbeiten hilft da nicht weiter, sondern produziert nur noch mehr Unmut. Stattdessen brauche es echte Lösungen, nicht nur Rezepturen aus der Mottenkiste vergangener Jahrzehnte. Selbstkritik klingt an – zu lange, so Resch, habe man sich auf alten Erfolgen ausgeruht. Trotzdem bleibt sie dabei: Einen Reformkurs erträgt die Branche nur gemeinsam. Spürbare Kompromisse von Gewerkschaftsseite? Klar, da kommt der Herbst, da stehen Tarifverhandlungen an – aber alles würde unter der Überschrift Beschäftigungssicherung laufen. Das wichtigste Signal an die Basis: Arbeitsplatzsicherheit steht über Gehaltsdebatten. Die Resonanz sei klar – die Leute wollen Jobs und sichere Ausbildungsmöglichkeiten. Alles weitere wird sich zeigen, wenn der Nebel sich lichtet.
Die IG Metall, vertreten durch Barbara Resch, spricht sich mit Nachdruck gegen längere Wochenarbeitszeiten oder Gehaltskürzungen als Antwort auf die aktuelle Automobilkrise aus. Angesichts massivem Arbeitsplatzabbaus in der Metall- und Elektrobranche Baden-Württembergs stellt Resch klar, dass die Lösung nicht in erhöhten Arbeitsbelastungen liegt, sondern in konstruktiven, gemeinsam getragenen Schritten. Die kommenden Tarifverhandlungen werden sich laut Resch vorrangig darum drehen, Beschäftigung und Ausbildungsplätze langfristig zu sichern.
Ergänzend zeigt die aktuelle Nachrichtenlage, dass Tarifauseinandersetzungen und industrielle Transformation in Deutschland weiter an Brisanz gewinnen. Laut taz wird in der gesamten Industrie zunehmend hinterfragt, wie nachhaltige Beschäftigung und Innovation zusammenfinden können, zumal der gesellschaftliche Rückhalt für Arbeitszeitverlängerungen schwindet. Auch die Süddeutsche Zeitung betont, dass eine Rückkehr zu 'alten' Maßnahmen wie längeren Arbeitszeiten die eigentlichen Probleme – also Digitalisierung, globaler Konkurrenzdruck und Nachfrageeinbrüche – nur kaschieren würde.