Ehemaliger Botschafter hält Rückkehr vieler Syrer für realistisch

Andreas Reinicke, einst deutscher Botschafter in Syrien und jetzt Chef des Deutschen Orient-Instituts, äußert sich zuversichtlich: Unter angemessenen wirtschaftlichen Bedingungen könnten sich viele Syrer freiwillig für eine Rückkehr in ihre Heimat entscheiden.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Es klingt fast ein wenig gegen den Strom der öffentlichen Debatte: Viele Syrer in Deutschland hegen offenbar tatsächlich den Wunsch, eines Tages zurückzukehren. Reinicke, der noch immer einen engen Draht nach Damaskus pflegt, sieht darin sogar einen potenziellen Entwicklungsschub für Syrien selbst. Gerade junge Menschen, die Rentner vielleicht weniger, könnten dabei helfen, das Land voranzubringen – so sein Gedanke. Auch ganz praktisch gibt es Ideen: Ein gemeinsames deutsch-syrisches Schulprojekt in Damaskus könnte schon ab 2027 Kindern eine Brücke schlagen. Zwar sind die Pläne noch nicht ausgereift, aber eine deutsche Schule in Syrien wäre für viele Rückkehrwillige ein echter Grund, den Schritt zu wagen – Bildung und Perspektive gehen eben Hand in Hand. Das klingt einerseits optimistisch, anderseits bleibt ein leiser Zweifel: Reicht wirtschaftlicher Aufschwung allein oder braucht es mehr, um wirklich zurückzukehren? Und wie sicher fühlt man sich dann überhaupt?

Der frühere Botschafter Reinicke glaubt, viele syrische Geflüchtete in Deutschland könnten sich zur Rückkehr entschließen, wenn Syrien wirtschaftlich besser aufgestellt ist – er setzt dabei vor allem auf Jobs und Bildung. Die geplante deutsche Schule in Damaskus signalisiert konkrete Hoffnung für Familien, die Wert auf Kontinuität der schulischen Ausbildung legen. Allerdings wird von anderen Stimmen in Medien und Politik immer wieder kritisch betont, dass Sicherheitslage und politische Stabilität ebenso entscheidend bleiben, denn viele Syrer fürchten weiterhin Repressionen oder Unsicherheit. Ergänzung aus aktuellen Quellen: In den letzten Tagen betonten verschiedene europäische Politiker, dass freiwillige Rückkehr nur unter klar definierten humanitären Kriterien unterstützt werden dürfe. In Syrien selbst hat der wirtschaftliche Bankrott den Alltag der Menschen weiter erschwert. Internationale Organisationen warnen davor, dass Rückkehrende oft Diskriminierung und mangelnder Grundversorgung ausgesetzt sind.

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