Debatte um Abschaffung kostenloser Schülertickets in Berlin

Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) stellt die Gratis-Tickets und das kostenfreie Schulessen für alle Schüler infrage. Sie plädiert für eine gezielte Unterstützung nur für Kinder aus einkommensschwachen Haushalten – und argumentiert mit den Milliardenlöchern im Haushalt.

heute 05:02 Uhr | 1 mal gelesen

Ute Bonde, CDU-Politikerin und Verkehrssenatorin von Berlin, hat eine öffentliche Diskussion angestoßen, indem sie das kostenfreie Schülerticket sowie das kostenlose Mittagessen an Schulen für alle infrage stellt. Ihrer Meinung nach ist unstrittig, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien weiterhin kostenlos befördert und verpflegt werden sollen. Aber wenn es um Schüler aus besserverdienenden Familien geht, sieht Bonde keinen zwingenden Grund, dass diese ebenfalls vom Staat finanziell unterstützt werden. Die Verwaltung hat Zahlen auf den Tisch gelegt: Ein Ende der kostenlosen Schülertickets könnte dem Berliner Haushalt im Zeitraum 2026/2027 rund 106,4 Millionen Euro sparen – eine Summe, die in der aktuellen Finanzlage alles andere als nebensächlich ist. Die rot-grün-schwarze Koalition sucht deshalb nach Wegen, die massiven Haushaltsdefizite einzudämmen. Bisher steigen die Ausgaben wesentlich schneller als die Einnahmen. Die große Frage: Wo lässt sich sparen, ohne die Lebensqualität und Chancengleichheit in der Hauptstadt drastisch zu verschlechtern? Gleichzeitig steht die Infrastruktur vor drängenden Investitionsbedarfen – Güterabwägung und politischer Streit sind programmiert. Diesen Kurs unterstützt offenbar auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers, der sich konkret gegen die Subventionierung von Schulessen für Kinder reicher Eltern aussprach. Hier glaubt man, dass rund 100 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden könnten, wenn gezielter gefördert würde.

Der Streit um die Zukunft des kostenlosen Schülertickets und Mittagessens in Berlin spiegelt den Spardruck im Land wider. Während die CDU eine gezielte Unterstützung für sozial Schwache fordert, kritisieren viele die drohende Abkehr vom Prinzip allgemeiner Chancengleichheit. Gegner fürchten eine wachsende soziale Spaltung, sollte es zu einer Unterscheidung nach Einkommen kommen. Derzeit kursieren verschiedene Vorschläge für gezieltere Förderung, etwa Gutscheinsysteme, doch die Umsetzung wäre ein bürokratischer Kraftakt. Neue Recherchen zeigen, dass der Sparkurs in Berlin im gesamten Sozial- und Bildungsbereich greift. Laut 'Tagesspiegel' und anderen Medien werden neben den Tickets auch Mittel für Spielplätze, Sprachförderung und Schulgebäude auf den Prüfstand gestellt. Organisationen wie der Paritätische Wohlfahrtsverband warnen vor sozialen Verwerfungen und kritisieren die Sparstrategie als ‚Kurzsichtigkeit‘. Andere Stimmen mahnen an, dass echte Einsparungen nur bei Verwaltung und Bürokratie möglich seien, nicht jedoch durch Streichungen bei sozialer Infrastruktur, zumal Berlin schon jetzt hinter Zielen bei Bildungsgerechtigkeit und Kinderarmut zurückliegt. Eine tagesaktuelle Analyse zeigt, dass sich Berliner Politik aktuell an mehreren Fronten im Spardruck befindet, was auch zu öffentlichen Protesten – etwa am Brandenburger Tor – geführt hat. Der Vorstoß von CDU und Teilen der SPD, soziale Universalleistungen abzubauen, wird von Grünen und Initiativen wie 'Schule muss anders' vehement kritisiert. Experten wie die Bildungsforscherin Katja Urbatsch verweisen darauf, dass niedrigschwellige Angebote wichtig sind, um eben jene Kinder zu erreichen, denen sonst Teilhabe verwehrt bliebe (Quelle: [ZEIT ONLINE](https://www.zeit.de)).

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