Todesurteil gegen Syriens einstigen Machthaber Assad – ein symbolischer Akt

Baschar al-Assad, Syriens ehemaliger Präsident, soll für seine Rolle im Bürgerkrieg mit dem Leben bezahlen – zumindest urteilt so ein syrisches Gericht. Auch Atef Najib, der Ex-Chef der politischen Sicherheit in Deraa, wurde nicht verschont.

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Ein Gericht in Damaskus hat kürzlich ein Urteil gesprochen, das streng genommen mehr nach Geste als nach Plan klingt: Baschar al-Assad, der einst alles in Syrien kontrollierte, wurde zum Tode verurteilt – allerdings in Abwesenheit. Neben ihm steht Atef Najib am Pranger, dem unter anderem Folter in der umkämpften Provinz Deraa angelastet wird. Die Verbrechen, die sie laut Richter begingen, reichen von vorsätzlichem Mord bis hin zu systematischer Misshandlung, und werden als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewertet. Es ist kaum zu erwarten, dass das Urteil in nächster Zeit tatsächlich vollstreckt wird, immerhin hält sich Assad bekanntlich fern – Gerüchte sprechen von Russland als Rückzugsort. Aber allein das Urteil, dieses öffentliche Schuldanerkenntnis, markiert eine neue Etappe in der Auseinandersetzung mit den Gräueltaten des syrischen Bürgerkriegs. Man könnte fast von einer Art juristischer Spiegelfechterei sprechen. Oder doch von einem ersten, tastenden Versuch, die dunkle Vergangenheit aufzuarbeiten?

Das Todesurteil gegen Baschar al-Assad und Atef Najib ist mehr als nur eine juristische Floskel: Es wird weithin als politisches Statement gewertet. Menschenrechtsorganisationen hatten schon lange gefordert, dass die Verantwortlichen für die systematische Gewalt gegen die Zivilbevölkerung in Syrien zur Rechenschaft gezogen werden. Allerdings bleibt ein bitterer Beigeschmack: Assad hält sich nach wie vor außerhalb Syriens (vermutlich in Russland) auf, weshalb er reale Konsequenzen wohl nicht fürchten muss. Im internationalen Kontext hat diese Entscheidung eine neue Debatte um Gerechtigkeit und Versöhnung angestoßen. Laut Berichten von Amnesty International und Human Rights Watch wurden während des syrischen Bürgerkriegs systematisch Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, unter anderem Folter, Hinrichtungen und der Einsatz von chemischen Waffen gegen Zivilisten. Während der Westen dieses Urteil größtenteils begrüßt, bleibt abzuwarten, ob daraus praktische Folgen für Assad oder sein Umfeld erwachsen werden. Viele Angehörige der Opfer sehen das Urteil als wichtiges Signal, fordern jedoch echte internationale Gerichtsverfahren. Jüngste internationale Diskussionen um humanitäre Hilfe, Strafverfolgung und politische Lösungen für Syrien zeigen die Komplexität der Lage.

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