Trump stellt sich demonstrativ hinter Fifa-Boss Infantino

Donald Trump hat sich deutlich gegen eine mögliche Absetzung von Fifa-Präsident Gianni Infantino positioniert. In seinem Netzwerk ‚Truth Social‘ warnte der ehemalige US-Präsident vor gravierenden Folgen für den Weltfußball.

11.08.26 11:04 Uhr | 43 mal gelesen

Trump ließ auf seinem Lieblingskanal, also seinem hauseigenen ‚Truth Social‘, wissen, dass ein Wechsel an der Spitze der Fifa fatal wäre – fast schon apokalyptisch klang das. Während andere Fußball-Funktionäre, insbesondere von Uefa, Concacaf und AFC, Infantino zuletzt unter heftigen Beschuss nahmen und ihm Tricksereien rund ums dubiose Fifa Forward Enterprise vorwarfen, hält Trump dagegen: Nur dank Infantino, behauptet Trump, habe die letzte Weltmeisterschaft neue Maßstäbe an Erfolg gesetzt. Er lässt offen, wie viel Fußball-Expertise er tatsächlich hat (stichwort: Eigenlob und Überhöhung), aber das kann man bei solchen Politik-Fußball-Ehen wohl kaum erwarten. Interessant am Rande: Infantino und Trump verstehen sich augenscheinlich glänzend – 2025 hat Infantino Trump sogar mit einem völlig neuen Fifa-‚Friedenspreis‘ bedacht. Man könnte fast denken, Freundschaft und Macht zählen hier mehr als Reformer-Parolen oder Transparenz.

Trump springt für Infantino in die Bresche, nachdem mehrere Fußballverbände den Fifa-Präsidenten wegen intransparenter Geschäftspläne kritisieren. Im Kern geht’s ums sogenannte Fifa Forward Enterprise, bei dem ein erheblicher Anteil der Vermarktungsrechte an private Investoren verscherbelt werden sollte – ein Schritt, der für viel Misstrauen und politische Spannungen sorgt. Trump ignoriert die Vorwürfe und setzt weiter auf das Erfolgsimage Infantinos, während die Diskussion über Transparenz und Einfluss im Fußballgeschäft internationale Wellen schlägt. NEU: Nach aktuellem Kenntnisstand berichten taz und insbesondere die Süddeutsche am 8. Juni über wachsende Kritik an der Kommerzialisierung der Fifa durch Infantino, die Glaubwürdigkeit des Verbands stehe erneut auf dem Prüfstand. In der FAZ wird außerdem diskutiert, wie die unterschiedlichen Interessenslagen zwischen europäischen und außereuropäischen Fußballverbänden den Machtkampf verschärfen. Zuletzt, laut Spiegel-Online, wächst besonders im Umfeld der WM-Auslosung der Druck auf Infantino, endlich in Sachen Transparenz und Vergabepraxis mehr Offenheit zu zeigen.

Schlagwort aus diesem Artikel