Zehntausende feiern in Berlin Israels und US-Militärschläge gegen Iran

Mit wehenden Fahnen und lauten Sprechchören versammelten sich am Samstag Tausende im Berliner Regierungsviertel. Ihr Ziel: die Unterstützung für den Angriff Israels und der USA auf den Iran öffentlich und deutlich zu zeigen.

heute 17:01 Uhr | 3 mal gelesen

Die Demonstrierenden machten mit verschiedenen Fahnen – neben den iranischen und israelischen auch die der USA und Deutschlands – auf sich aufmerksam. Die Stimmung wirkte auf Beobachter fast wie Volksfest, was angesichts des ernsten Hintergrunds irritierend anmutete. Immer wieder tönten Rufe wie: "Weg mit den Mullahs!". Die Polizei war mit massiver Präsenz vor Ort, offenbar um mögliche Zwischenfälle zu verhindern. Währenddessen lieferten sich parallel israelische und amerikanische Truppen Kämpfe mit iranischen Kräften – Israel sprach von einem Präventivschlag. Donald Trump wandte sich live an die Iraner und rief sie zum gewaltfreien Umsturz gegen die Führung auf. Die Lage der Spitzen des iranischen Staates blieb zunächst unklar, auch Ajatollah Chameneis Aufenthaltsort war unbekannt. Die iranische Regierung wiederum forderte die Bevölkerung auf, die Hauptstadt zu räumen. Medienberichte meldeten zudem bereits viele zivile Todesopfer.

Am Samstag gingen laut unterschiedlichen Quellen Tausende in Berlin auf die Straße, um die Militärschläge Israels und der USA gegen den Iran zumindest symbolisch zu bejubeln – ein ungewohntes Bild in der sonst polarisierenden Protestlandschaft Berlins. Die Lage in Teheran bleibt unübersichtlich: Nach den Luftschlägen berichten internationale Medien von zahlreichen Toten, Verletzten und einer Fluchtwelle aus der Hauptstadt. Laut allgemeinen Einschätzungen gerät damit der Nahe Osten einmal mehr in eine hochbrisante Eskalationsspirale, wobei die Bundesregierung zu äußerster Zurückhaltung und dringendem Dialog mahnt. Insgesamt erzeugt das Geschehen eine Mischung aus Sorge, Anteilnahme, Kopfschütteln und auch Irritation über die Art mancher öffentlicher Reaktionen in Europa.

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