Nouripour drängt auf stärkeres diplomatisches Engagement Europas im Iran-Konflikt

Omid Nouripour, Bundestagsvizepräsident, mahnt die Bundesregierung, beim EU-Gipfel auf Zypern gemeinsam mit anderen europäischen Staaten mehr Eigeninitiative und Einsatz im Konflikt mit Iran zu zeigen. Das bisherige Zuwarten reiche nicht aus.

heute 09:59 Uhr | 5 mal gelesen

Nouripour greift zu einem anschaulichen Bild: Während Pakistan eine Dialogplattform für Konfliktparteien schaffe, saßen die Europäer am Spielfeldrand wie Schiedsrichter beim Tischtennis – regungslos, beobachtend, aber ohne eigene Impulse. Statt sich in der Analyse des Status quo zu verlieren oder nur gegenseitig über die Missstände zu beklagen, brauche es laut dem Grünen-Politiker endlich strategisches Nachdenken und handfeste, koordinierte Aktionen. „Wer nicht präsent ist oder keine Anteilnahme zeigt, darf auch nicht auf Gegenliebe hoffen“, so Nouripour und betont die zentrale Bedeutung direkter Kontakte, insbesondere durch häufigere Besuche. Er erinnert: Diplomatie bestehe letztlich aus „Reden, reden, reden, bis man zu einem Ergebnis gelangt ist“ – ein Prozess, der zwar langatmig klingen mag, aber stets im Kleinteiligen entscheidet, ob sich Fronten verhärten oder Öffnungen entstehen. Mit einem Seitenblick: Dass viele europäische Politiker lieber an Konferenzen teilnehmen statt vor Ort echte Gespräche zu suchen, bleibt für ihn unverständlich.

Nouripour fordert, dass Europa endlich aufhört, nur Zaungast zu sein – verweist sogar auf Pakistan als positives Beispiel für Vermittlungsambitionen. Es müsse nicht nur miteinander verhandelt, sondern auch strategisch und sichtbar gehandelt werden, damit europäische Initiativen nicht untergehen. Zuletzt wurde der Ruf nach stärkerer europäischer Diplomatie lauter, nachdem sich der Konflikt im Nahen Osten zuspitzt und der Einfluss der EU im Iran rasant abnimmt; aktuelle Medienberichte zeigen, dass Deutschlands Außenpolitik aktuell zögert, konkrete Annäherungsversuche oder Vermittlungen aktiv zu gestalten. Hier mischt sich ebenso Kritik anderer Stimmen aus Brüssel und anderen EU-Ländern, die der Union mangelnden Mut für eigene Iran-Politik vorwerfen. Zusätzlich wurde jüngst bekannt, dass Sanktionen gegen Regimevertreter zwar verschärft, aber kaum Wege zur direkten Kommunikation gesucht werden – was nach Meinung vieler politischer Experten kontraproduktiv ist.

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