Mit 15 Millionen zahlenden Nutzerinnen und Nutzern wäre der Zusammenschluss bei etwa jedem dritten deutschen Haushalt präsent – eine Vorstellung, die ich einerseits kühn und andererseits durchaus nachvollziehbar finde. Momentan zählen die Dienste, laut eigener Auskunft, rund 12,3 Millionen Abonnements, also noch ein ordentliches Stück Luft nach oben. Ein ganz anderer Gedanke: Bei aller Euphorie spricht Rabe auch Klartext – weniger Personal, weniger Überschneidungen, sprich, es stehen Stellenstreichungen bevor. Das klingt dann schon weniger nach Aufbruch und mehr nach Rationalisierungslogik, wie man es aus der Branche kennt. Der Hintergrund? Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme von Sky Deutschland durch RTL abgesegnet. Die Vereinbarung, laut RTL-Angabe erst im Juni 2025 vorgestellt, sieht einen Kaufpreis von etwa 150 Millionen Euro vor, plus eine variable Nachzahlung, abhängig vom Aktienkurs der RTL Group, die unter bestimmten Bedingungen noch zusätzlich fast 377 Millionen Euro betragen könnte. Bislang war Sky unter dem Dach der US-Mediengiganten Comcast beheimatet.
RTL bekommt nach dem grünen Licht aus Brüssel freie Hand, Sky Deutschland zu übernehmen, und kann so seine Marktposition gegenüber internationalen Streaming-Konkurrenten kräftig stärken. Rabe peilt mittelfristig 15 Millionen Abo-Verträge für eine gebündelte Streaming-Plattform an, doch dieser Expansionskurs geht auf Kosten von Arbeitsplätzen, denn die Fusion führt zu organisatorischen Verschlankungen. Der Deal, der rund 150 Millionen Euro kosten wird (mit möglichen Nachzahlungen), steht symbolisch für einen zunehmend konsolidierten Medienmarkt in Deutschland, in dem lokale Anbieter noch stärker gegen die großen globalen Plattformen bestehen wollen. Interessant dabei ist, dass der Zusammenschluss für die Branche nicht überraschend kam – immer wieder war aus Insiderkreisen zu hören, dass sowohl Werbemarkt als auch Abonnentenbasis nur durch Kooperation und größere Pakete konkurrenzfähig bleiben können.