Reza Pahlavi drängt Westen zu konsequenter Haltung gegenüber Irans Führung

Reza Pahlavi, Exil-Oppositionsführer und Sohn des einstigen Schahs, fordert westliche Länder dazu auf, ihre Zurückhaltung gegenüber dem iranischen Regime aufzugeben.

heute 10:36 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal redet halb Europa über diplomatische Gespräche, über brodelnde Krisen, Waffenruhen und große Deals – aber, seltsamerweise, bleibt das, was im Iran tatsächlich passiert, oft außerhalb der Scheinwerfer. Reza Pahlavi, in Berlin vor einer Handvoll Journalisten, wirkte spürbar ernüchtert: 'Eine Generation protestiert, anders und entschlossener als seit 1979 – aber wer nimmt dieses Rufen überhaupt wahr?' Das Regime hat sich nach innen abgeschottet, zum Teil wortwörtlich, indem es Internetverbindungen kappt oder kritische Stimmen verschwinden lässt. Und während Pahlavi betont, dass die Autorität der Mullahs bröckelt – 'Der Wandel ist längst da, die Frage ist nur: zu welchem Preis und wie viele Menschen müssen zuerst leiden?' – scheint draußen in Europa niemand so recht entscheiden zu wollen, wie mit dieser Tatsache umzugehen ist. Die Bundesregierung bleibt laut Sprecher Stefan Kornelius auf Abstand, Pahlavi bekommt keinen Termin bei offiziellen Stellen. Die Gesprächspartner für Berlin bleiben trotz aller Menschenrechtsdebatten weiterhin Vertreter des iranischen Regimes. Offenbar ist internationale Politik manchmal eine Frage des Status quo, nicht der Empathie – oder Mut?

Pahlavi stellt die Passivität westlicher Demokratien in Frage und richtet einen eindringlichen Appell an Europa, den wachsenden Widerstand im Iran ernstzunehmen und nicht nur auf diplomatische 'Normalität' zu setzen. Er sieht die Legitimität des jetzigen Regimes bröckeln und betont, der politische Wandel sei längst eingeleitet – es gehe nun um die Zahl der Opfer, nicht um das 'ob'. Doch während laut Medienberichten europaweit Menschenrechtsverletzungen und staatliche Repressionen im Fokus stehen, unterstreichen aktuelle Recherchen, dass oppositionelle Bewegungen im Iran – trotz Internetblockaden und Drohkulissen – aktiver und vernetzter denn je sind. Inzwischen fordern auch verschiedene Menschenrechtsorganisationen in Berlin die Bundesregierung auf, offene Gespräche mit der iranischen Zivilgesellschaft zu führen, statt ausschließlich mit den Amtsträgern des Regimes.

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