Nun ist es also amtlich: Trotz Widerspruchs hat der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät an der TU Chemnitz die Entscheidung zum Entzug von Mario Voigts Doktorwürde bestätigt. So berichtet zumindest der 'Stern'. Offenbar wurde die Angelegenheit am 15. Juli nochmals geprüft, sowohl in Bezug auf Rechtmäßigkeit als auch auf Zweckmäßigkeit, wie ein Uni-Sprecher gegenüber dem Magazin betonte. Das Ergebnis? Widerspruch abgelehnt – Voigts Anwälte wurden zwei Tage später informiert.
Natürlich bleibt das nicht ohne Folgen. Mario Voigt, Thüringens Ministerpräsident, lässt das nicht auf sich sitzen und zieht vor das Verwaltungsgericht. Laut seiner Anwaltskanzlei war das Verhalten der Uni angesichts des bisherigen Verlaufs nicht gerade eine Überraschung, aber dennoch in vielerlei Hinsicht fraglich – etwa bei Bewertungskriterien und Verhältnismäßigkeit. Eine Klage wird vorbereitet.
Interessant ist auch die Verteidigungsstrategie: Die Anwälte werfen dem Fakultätsrat Willkür vor, weil selbst nach Ansicht eines neutralen Gutachters die Voraussetzungen für einen Entzug eigentlich nicht vorlagen. Dass die Uni Voigts Arbeiten prinzipiell als eigenständige wissenschaftliche Leistung anerkennt, diese aber trotzdem den Titel aberkennt – das verstehen Voigts Juristen laut eigenem Bekunden überhaupt nicht.
Zu all dem schweigt Voigt bisher selbst. Die Klagefrist endet am 17. August, das zuständige Verwaltungsgericht wäre wohl das in Chemnitz. Doch wie es weitergeht? Das bleibt abzuwarten – und ganz ehrlich, die ganze Angelegenheit hat einen langen juristischen Nachhall.
Die Technische Universität Chemnitz hat den Doktortitel von Mario Voigt nach erneuter Prüfung endgültig aberkannt, da der Fakultätsrat seinen Einspruch ablehnte. Damit verliert der Thüringer Ministerpräsident formell seinen Titel, ein Schritt, der angesichts der Empfehlung eines externen Gutachters, den Titel nicht zu entziehen, für einige Beobachter bemerkenswert ist. Voigt will die Sache nun gerichtlich klären lassen; seine Anwälte sprechen von rechtlichen Unklarheiten und bezeichnen das Vorgehen als ungewöhnlich, da laut Uni große Teile der Doktorarbeit nicht beanstandet wurden. In der politischen Öffentlichkeit wird der Fall lebhaft diskutiert – viele fragen sich, wie transparent und nachvollziehbar der Entzug von Titeln in solchen Fällen ablaufen sollte. Darüber hinaus steht Voigt unter zusätzlichem Druck: Medien berichten, dass seine politische Glaubwürdigkeit und sein Image als Ministerpräsident durch die Affäre nun spürbar Schaden genommen haben. Bisher vermeidet er es, sich persönlich zu äußern oder Rückschlüsse auf seine politische Zukunft zuzulassen. In Thüringen sorgt das alles für Nervosität, zumal die CDU gerade in ein entscheidendes Wahljahr startet.