Mehr als drei Jahrzehnte gibt es nun schon diesen Studiengang – und überraschenderweise ist von Routine wenig zu spüren. Hauptaugenmerk bleibt zwar Zentraleuropa, doch dieses Jahr öffnete sich ein neues, südliches Fenster: Montenegro. Dort, im quirligen Bar, begegneten sich Studierende und lokale Partner zum ersten Mal. Beide Seiten waren sichtlich angetan; das war zu spüren, in diesen manchmal fast beiläufigen Gesprächen im Schatten von Zitrusbäumen. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit wird bereits laut gedacht, ein Beweis, dass Austausch nicht stillsteht. Studiengangsleiterin Tonka Semmler-Matošić beschreibt die Motivation: „Wir ermöglichen Nachwuchsakademikern seit Jahren, die Sommer für Spracherfahrung und internationale Kontakte zu nutzen. Es geht dabei nicht nur ums Lernen – die Welt aus dem Hörsaal holen, das ist die eigentliche Idee.“
Was stand konkret auf dem Plan? Die Teilnehmenden übten fleißig Kroatisch und Russisch, schnupperten Montenegrinisch und lauschten Fachvorträgen. Exkursionen führten sie unter anderem nach Cetinje, eine Stadt, die irgendwo zwischen Legende und Gegenwart schwebt, sowie in die wilde Bergwelt des Lovćen-Nationalparks. Auch die pulsierende Atmosphäre des Europäischen Hauses und das Business Center von Bar lernten sie kennen – Wirtschaft in Echtzeit sozusagen. „Ich war ziemlich beeindruckt von der lockeren Atmosphäre dort, die spannenden Aktivitäten und – ehrlich gesagt – einfach vom Meerespanorama“, erinnert sich Elias Brodhagen. Interessant am Rande: Da viele Burgenländer Studis im Beruf stehen, gibt’s auch daheim das Programm "Internationalisation at home". Workshops, Kultur-Tauchgänge, Exkursionen – alles, was im Sommerkolleg möglich ist, nur eben in Reichweite.
Und, falls das neugierig macht: Wer für September einsteigen will – last minute gibt’s noch einige Plätze. Infos? Am besten direkt auf der Website der Hochschule nachschauen.
Die Reise der Burgenland-Studierenden nach Montenegro markiert nicht nur eine Ausweitung des traditionellen Studienschwerpunkts, sondern auch einen wichtigen Baustein im europäischen Bildungsumfeld. In Zeiten globaler Herausforderungen wird gelebter Austausch zum Schlüssel für grenzüberschreitendes Verständnis—gerade zwischen alten und neuen Teilen Europas. Interessant ist, dass Montenegro weiterhin intensiv an seinen Reformen arbeitet, insbesondere in Bezug auf Justiz und Korruptionsbekämpfung, wie aktuelle Analystenberichte untermauern. Darüber hinaus wird die lokale Wirtschaft Montenegros vom Tourismus dominiert, doch gerade Kooperationen wie diese könnten Impulse für weitere Branchen bringen. Der immer noch nicht ganz ausverhandelte EU-Beitritt bleibt ein treibendes Thema, das auch in studentischen Begegnungen reflektiert wird. Zusätzliche Informationen zu aktuellen Entwicklungen: Montenegro erlebt zurzeit innenpolitische Spannungen, die jedoch von der Regierung aktiv angegangen werden, indem sie verstärkt auf europäische Kooperationen setzt.