Trump zieht Zollschraube gegen Kanada massiv an

Mitten im anhaltenden Handelsstreit kündigt Donald Trump drastische Strafzölle von bis zu 50 Prozent auf zahlreiche kanadische Produkte an – ein Dämpfer für die ohnehin angespannte Nordamerika-Partnerschaft.

heute 07:54 Uhr | 5 mal gelesen

Laut Mitteilung aus Washington hat der US-Präsident ein entsprechendes Dekret unterzeichnet. Das offizielle Argument lautet: Kanada benachteilige amerikanische Waren wie Milchprodukte, Autos und Alkohol – in den Augen der US-Regierung Grund genug, die Importbedingungen für kanadische Güter „anzuheben“. Die Liste der betroffenen Waren liest sich wie ein Rundumschlag: Vom abendlichen Wein bis zum Hockeyschläger, aber auch Rohstoffe und Baustoffe wie Zement stehen drauf. Interessanterweise nimmt Trump einzelne Sektoren, darunter Energie, kritische Mineralien, Fisch und Pottasche, demonstrativ aus – vermutlich, um Versorgungsengpässe oder Preissteigerungen im eigenen Land zu vermeiden. Die Regelung tritt in einem Monat in Kraft – und zwar ziemlich kompromisslos: Auch Produkte, die eigentlich mit Kanada vereinbartem Freihandel unterstehen (USMCA), sollen nicht verschont bleiben. Schon jetzt sorgt das transatlantische Kräftemessen für eine lange Liste gegenseitiger Zölle, z.B. auf Stahl, Aluminium und Holz – Kanada zieht teils mit eigenen Strafzöllen nach. Erstaunlich: Trump beruft sich für diese Maßnahme auf ein Gesetz aus den dreißiger Jahren. Offenbar findet sich fast ein Jahrhundert nach seinem Entstehen immer noch eine alte Rechtslücke, um neuen Druck aufzubauen.

Mit der Einführung der 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren spannt sich die Beziehung zwischen den USA und Kanada weiter an. Überraschend ist, mit wie viel Vehemenz die Trump-Regierung auf einen ungleichen Marktzugang – vor allem im Milch- und Automobilsektor – reagiert, obwohl das USMCA-Freihandelsabkommen eigentlich gegenseitigen Marktzugang regeln sollte. Die Auswirkungen solch massiver Zölle könnten weitreichend sein, nicht nur für Hersteller und Verbraucher beider Länder, sondern auch für die globalen Lieferketten. Laut aktuellen Berichten diskutieren sowohl die kanadische Regierung als auch Unternehmen bereits Gegenmaßnahmen, während die internationalen Finanzmärkte die zusätzliche Unsicherheit spüren. Zahlreiche Branchenverbände schätzen, dass die neuen Regeln Preise und Auswahl für Konsumenten beidseits der Grenze erheblich beeinflussen könnten. Die jüngsten Nachrichten zeigen: Weltweit wächst die Sorge vor einer Rückkehr zu nationalen Handelsbarrieren, mit möglichen Folgen auch für Europa, insbesondere im Hinblick auf neue US-Handelsstrategien und Protektionismus. Kanada überlegt, den Schritt vor der WTO anzufechten, ein langwieriges Verfahren, das aber letztlich Klarheit über die völkerrechtliche Zulässigkeit schaffen könnte.

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