Verbraucherverbände mahnen Korrekturen bei neuer Kinder-Altersvorsorge an

Experten warnen: Die geplante staatliche Altersvorsorge für Kinder sollte gerechter und transparenter gestaltet werden, fordern Verbraucherschützer.

heute 01:02 Uhr | 2 mal gelesen

„Die Regierung darf es nicht dabei belassen: Wer wirklich will, dass alle Kinder die Vorteile der Frühstartrente spüren, muss das Gesetz dringend nachschärfen“, betont Dorothea Mohn vom VZBV in einem Gespräch mit der 'Welt am Sonntag'. Das Vorhaben, für alle ab 2020 geborene Kinder ein mit öffentlichen Mitteln ausgestattetes Startkapital einzurichten, klingt vielversprechend. Doch greifen die Überlegungen aus Sicht vieler Verbraucherschützer zu kurz. Jedes Kind sollte – so meinen sie – vom Start an ein persönliches Vorsorgekonto erhalten, damit das Bildungsziel, also der direkte Umgang mit Geldanlagen, wirklich ankommt. Momentan sieht der Plan folgendermaßen aus: Zwischen dem sechsten und achtzehnten Lebensjahr gibt es monatlich zehn Euro – das Ganze landet am Kapitalmarkt. Problematisch: Wer kein eigenes Depot bei einem zertifizierten Anbieter wählt, für den spart der Staat das Geld unsichtbar im Kollektiv via Bundesbank. Mohn kritisiert, dass das Kindern jegliche Möglichkeit nimmt, Kursentwicklungen und die eigene Vorsorge zu begreifen. Am Ende könnten nur wohlhabende und informierte Familien alle Chancen nutzen. Der Gesetzentwurf soll am 12. August im Kabinett beraten werden. Ob die Politik bis dahin nachjustiert?

Die Debatte um die neue Frühstartrente entzündet sich besonders an der Frage nach Chancengleichheit und Transparenz für alle Kinder. Verbraucherschützer warnen, dass das aktuelle Konzept Kindern aus finanzschwachen oder weniger informierten Familien kaum echte Teilhabe bietet. Einzelfallberichte und aktuelle Medienanalysen zeigen, dass ohne individuelle Depots vor allem bildungsorientierte Haushalte profitieren würden, während viele andere Familien außen vor blieben. Erst am 11. Juni berichtete die FAZ zudem, dass die Frühstartrente in politischen Verhandlungen immer wieder zurückgestellt wird und ein Kompromiss mit Blick auf Bildungs- und Verteilungsgerechtigkeit unwahrscheinlich erscheint. Derweil beleuchtet 'Die Zeit' in einem Artikel vom 10. Juni eindrucksvoll, wie viele offene Detailfragen und Unsicherheiten noch im Raum stehen – etwa zur konkreten Umsetzung und zur Einbindung der Kinder in die Verwaltung ihres Vorsorgevermögens. Im DW-Magazin kam am 10. Juni die Sorge auf, dass die Öffnung der Rente für Kapitalmärkte gesellschaftliche Unsicherheiten verschärfen und neue Risiken für die Altersvorsorge der Jüngsten schaffen könnte.

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