Nach aktuellen Berichten denkt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ernsthaft darüber nach, Volker Wissing als neuen Präses ihrer Synode vorzuschlagen. Bereits seit Monaten wird angeblich hinter den Kulissen erörtert, wie die Nachfolge von Anna-Nicole Heinrich gestaltet werden könnte.
Heinrich hört auf – und gibt dem Wandel Raum
Interessant: Anna-Nicole Heinrich, noch amtierende Präses und Aushängeschild für den protestantischen Nachwuchs, kündigte ihr Ausscheiden am Donnerstag selbst an. Ihr Statement klingt fast wie ein Versprechen auf Wandel – sie hat stets klargemacht, dass ‚Begrenzung‘ kein Makel, sondern Prinzip für ihr Engagement war.
Wissing müsste erstmal ins Synoden-Team einziehen
Kleine Randnotiz, aber nicht unwichtig: Erst diesen November kann sich Wissing um einen Sitz in der EKD-Synode bewerben – nominiert durch die Evangelische Kirche der Pfalz. Hier treffen Kirche, Recht und Politik seltsam aufeinander, denn Wissing ist nicht nur Christ, sondern auch versierter Rechtsanwalt und nebenbei gelernter Kirchenmusiker. Seine jüngste politische Vergangenheit (früher FDP, frisch ausgetreten nach dem Ampel-Aus) verspricht zusätzliche Dynamik.
Für das Präsesamt bräuchte Wissing nach erfolgreicher Synodenwahl dann noch Geduld: Die eigentliche Wahl an die Synodenspitze stünde frühestens im April 2027 an. Amt und Funktion klingen trocken, sind aber für Tausende Protestanten zentral. Der Präses ist oberster Vertreter der Laien und gemeinsam mit dem Präsidium verantwortlich für Grundsatzdebatten und Beschlüsse, die sowohl Kirche als auch Öffentlichkeit bewegen – von Sparzwang bis hin zur Rolle der Kirche im gesellschaftlichen Diskurs.
Eine Kirchenwahl mit politischen Zwischentönen
Wissing selbst, mit einem Fuß im Kirchenschiff und einem in der Politik, könnte dieser Position neue Resonanz verleihen. Es ist eine Art Experiment: Kann ein Ex-Minister mit Parteivergangenheit neue Impulse in ein Ehrenamt bringen, das zwischen Kirchenalltag und Gesellschaftspolitik vermittelt? Dass die EKD mitten im Reformdruck, bei schwindenden Mitgliedszahlen und knapper Kasse, vermutlich jemanden sucht, der Schnittstellenkompetenz mitbringt – das scheint naheliegend.
Noch steht alles auf Anfang, und vielleicht entwickelt sich gerade hieraus die eigentliche Spannung: Die nächste Zeit entscheidet, wie modern und zukunftsoffen sich das höchste Laienamt im deutschen Protestantismus präsentieren wird.
In den Gremien der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verdichten sich die Gespräche über eine Kandidatur von Volker Wissing für das Präsesamt der Synode – wobei dieser zunächst im Herbst 2024 ins Synodenparlament einziehen müsste. Die amtierende Präses, Anna-Nicole Heinrich, hatte angekündigt, nicht weiter machen zu wollen und eröffnete damit Raum für einen personellen und vielleicht auch inhaltlichen Neuanfang – ein markantes Zeichen angesichts der strukturellen und finanziellen Herausforderungen in der evangelischen Kirche. Neuere Berichte der letzten beiden Tage heben hervor, dass Wissing als mögliche Führungspersönlichkeit die evangelische Kirche gerade in Umbruchsphasen mit politscher Erfahrung, aber zugleich einem klar kirchlichen Fokus stärken könnte; zudem wird die gesellschaftliche Debatte darüber intensiver, wie Kirche und Politik künftig miteinander harmonieren sollen.