VW verbucht massiven Gewinneinbruch: Zweites Quartal unter Druck

Volkswagen kämpft im zweiten Quartal 2026 mit einem drastischen Gewinnrückgang – die Ursachen reichen von Absatzproblemen in China bis zu innenpolitischen Querelen.

heute 07:59 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal liest man eine Zahl und kann fast hören, wie es im Konzerngebäude einmal laut durchgeatmet wird: Volkswagen meldet einen Rückgang des Quartalsgewinns um fast ein Drittel – auf gerade noch 1,54 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert immerhin noch bei 2,29 Milliarden; schon das war ein Stimmungsdämpfer. Diesmal ist es wie eine Wiederholung, nur schlimmer. Besonders der Markt in China scheint VW entgleiten zu wollen: Dort sind die Verkäufe um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge eingebrochen – das ist kein Betriebsunfall, sondern ein echtes Problem. Es waren nicht alle Regionen so gebeutelt: In manchen Märkten läuft es besser, aber das große Rad dreht sich woanders. Konzernchef Blume hatte schon vor Monaten gewarnt: Zölle, globale Krisen und ein harter Wettbewerbsdruck setzen zu. Sein Rezept? Härter sparen, Werke dichtmachen, Stellenkürzungen. Die Zahlen, die da im Raum stehen, sind gewaltig – von bis zu 100.000 betroffenen Arbeitsplätzen weltweit ist die Rede, und angeblich könnten in Deutschland gleich vier Werke geschlossen werden. Aber so einfach ist das nicht: Die Belegschaft, die IG Metall, das Land Niedersachsen (stolze 20 Prozent Eigentümer) – sie alle stellen sich quer. Im Aufsichtsrat hieß es erst mal: So nicht! Verständlich, wer möchte schon den Rotstift beim eigenen Job spüren? Schon vorher sollte es bis 2030 einen schleichenden Abbau von 50.000 Stellen geben, viel davon bei der Stammmarke selbst. Es bleibt also bewegte Luft im VW-Konzern – und Unsicherheit bis zum nächsten Weckruf.

Im zweiten Quartal 2026 muss Volkswagen einen empfindlichen Gewinneinbruch um 32,9 Prozent verkraften – hauptsächlich ausgelöst durch starke Absatzprobleme, vor allem in China, und den anhaltenden Druck durch weltpolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten. Die geplanten harten Sparmaßnahmen stoßen intern auf massiven Widerstand, insbesondere von Seiten der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen, das maßgeblich mitbestimmt. In aktuellen Berichten wird zudem betont, dass die Konkurrenz durch chinesische Elektroautohersteller wie BYD zunimmt, während VW bei Innovationstempo und Preisstrategie Schwierigkeiten hat, Schritt zu halten – Stichwort: Softwareprobleme und zurückgestellte Modelle. Außerdem mehren sich Fragen, ob ein drastischer Stellenabbau und Werksschließungen wirklich nachhaltige Lösungen bieten oder den Konzern langfristig schwächen könnten. VW prüft aktuell, wie Arbeitsplätze durch die rasche Transformation hin zu Elektromobilität und Digitalisierung gehalten werden können und ringt innerhalb des Aufsichtsrats um eine für alle tragbare Perspektive.

Schlagwort aus diesem Artikel