Wall Street robust, Ölpreis taumelt: Der Zollkonflikt nimmt Fahrt auf

An den US-Börsen gönnt man sich sichtbar gute Laune, obwohl es international knirscht. Dow, S&P 500 und Nasdaq legen überraschend zu – gerade in Zeiten, wo Schlagzeilen von Handelsstreit und Wirtschaftssorgen überquellen. Umso auffälliger ist: Der Ölpreis purzelt ordentlich nach unten und gibt Rätsel auf, wie Markt und Konjunktur das wohl einordnen.

25.08.26 22:42 Uhr | 2 mal gelesen

Gefühlt atmet New York heute Abend, obwohl es draußen keineswegs ruhiger wird. Die Leitindizes – Dow, S&P 500 und Nasdaq – rücken weiter vor, 53.577 Punkte beim Dow sind in dieser Gemengelage schon ein sportlicher Zwischenstopp. Das wirft Fragen auf: Ist das Zuversicht? Starrsinn? Oder einfach Gewohnheit, sich von Unsicherheit nicht mehr beeindrucken zu lassen?

Kanada kontert: Zölle als politisches Statement

Mitten in dieses Börsenhoch platzt Kanadas Ansage: Als direkte Reaktion auf US-Zölle setzt Ottawa eigene Maßnahmen obendrauf. Das klingt erstmal ein bisschen nach Schulhof – Schlag wird mit Gegenschlag beantwortet, so beschreibt es auch Finanzminister Francois-Philippe Champagne recht klar. Arbeitsplätze, Landwirte, Familien verteidigen – das sei keine Option mehr, sondern Pflicht.

Schlagabtausch in Zahlen

Mit 27,6 Milliarden Dollar dürfte der Umfang der kanadischen Gegenzölle auch in Washington nicht unbemerkt bleiben. Die Palette reicht von alltäglichen Gebrauchsgütern bis hin zu Industrieprodukten. Für die meisten bleibt das alles abstrakt – aber Betriebe, die Stahl ordern oder Exportware liefern, könnte es zeitnah treffen.

Devisen und Gold: Signale zwischen den Zeilen

Auch am Dienstag gibt sich der Euro tapfer und steigt auf 1,1678 Dollar. Gold, dieser alte Krisenseismograf, legt ebenfalls zu, nun bei 4.667 Dollar pro Unze. Die Bewegungen sind nicht dramatisch, aber der Grundton bleibt vorsichtig – es sind eben doch die Details, die nervös machen können.

Ölpreis im freien Fall

Eines ist heute kaum zu übersehen: Öl gibt nach – und zwar mit Karacho. 5,4 Prozent weniger, nur noch 87,17 Dollar je Barrel Brent. Liegt das an Sorgen über die schwächelnde Weltkonjunktur? Oder bricht einfach ein wenig Fantasie aus den Notierungen aus – kurzfristige Spekulationen inklusive? Die ehrlichste Antwort ist im Moment wohl: Niemand weiß es genau.

Persönliche Bemerkung

Ein bisschen hatte ich beim Durchlesen der Marktfeeds das Gefühl: Da prallen gerade starre Gewohnheiten auf neue Unsicherheiten. Wie häufig in solchen Windlagen stecken hinter den blanken Zahlen Geschichten von Umbruch, Druck und manchmal auch nur von aufgeschobenen Reaktionen.

Blickt man auf das Marktgeschehen der letzten Stunden, fällt zunächst die erstaunliche Resilienz der US-Börsen auf: Die großen Indizes steigen trotz aller geopolitischen Störgeräusche. Zugleich poltert Ottawa mit neuen, milliardenschweren Gegenzöllen zurück – der Ton zwischen Kanada und den USA verschärft sich, und viele Marktteilnehmer befürchten, dass weitere Branchen und Handelsströme in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Ein weiteres deutliches Signal sendet der Ölpreis, der im freien Fall auf neue Tiefstände rutscht – Experten verweisen auf Konjunkturängste, trübe Aussichten in China und einen weltweit verunsicherten Handel.

Aktuelle Analysen

Die SZ betont, dass eine sich abkühlende Weltwirtschaft – besonders die zuletzt schwachen Daten aus China – Anleger am Ölmarkt beunruhigt, was wiederum zu verstärkten Schwankungen führt. Zeitgleich analysiert die DEUTSCHE WELLE, dass die neuen Zollspiralen und der protektionistische Kurs der USA die Lieferketten auf Jahre zurückwerfen könnten, nicht zuletzt mit Konsequenzen für die deutsche Industrie. Der SPIEGEL hebt hervor, dass trotz teils euphorischer Technologieaktien-Stimmung bereits Stimmen vor überhitzten Märkten warnen – Parallelen zur Dotcom-Blase werden gezogen.

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