Unterm Strich war es ein nervöser Handelstag in New York: Während viele Anleger auf die nächsten Signale der US-Notenbank warteten, schwebte das Geschehen am Golf wie eine Gewitterwolke über der Wall Street. Als sich zum Handelsende der Dow Jones bei 53.459 Punkten wiederfand – ein halbes Prozent weniger als am Freitag – hatten sich offensichtlich viele Investoren zurückgezogen. Die anderen Indizes zeigten ein ähnliches Bild: Der weit gefasste S&P 500 hatte gegen Feierabend ebenfalls rund ein halbes Prozent nachgegeben, bei den Technologie-Titeln im Nasdaq 100 war das Minus mit 0,2 Prozent ein wenig moderater, aber trotzdem nicht zu übersehen. Es war nicht allein die Angst vor weiter steigenden Zinsen, sondern auch totgeglaubte geopolitische Sorgen, die plötzlich wieder aufpoppten – insbesondere im Zusammenhang mit den neusten, wenig beruhigenden Tönen zwischen Washington und Teheran. Auf dem Ölmarkt ging es deswegen fast schon erwartbar aufwärts. Analysten schwanken zwischen Zweckoptimismus und Skepsis, was die langfristige Entwicklung des Ölpreises angeht, stimmen aber überein: Solange die Lage im Iran-Umfeld angespannt bleibt, dürfte der Preis zwischen 70 und 100 Dollar pro Barrel pendeln. Der Iran hat kaum Interesse an einem rapiden Preisverfall, und Washington dürfte alles tun, um keine Sprünge nach oben zuzulassen – wobei, und das ist natürlich Ironie des Schicksals, eben diese Machtkämpfe den Preisspielraum eng aber volatil machen. Neben Öl waren am Montag auch andere Rohstoffe interessant: Gold kletterte auf 4.419 Dollar pro Unze, was für Anleger und Anlegerinnen ein Signal für erhöhte Unsicherheit ist. Der Euro konnte zum Dollar leicht gewinnen, aber in dem gesamten Getümmel ging dieses Detail fast ein wenig unter.
Die aktuellen Turbulenzen an den US-Börsen spiegeln eine Mischung aus geldpolitischen Erwartungen (die Märkte blicken weiter gebannt auf die Federal Reserve) und geopolitischen Sorgen wider, wobei die Eskalation im Iran-Konflikt besonders schwer wiegt. Nicht erst seit gestern bewegen die Schwankungen beim Ölpreis die Märkte, aber gerade jetzt könnte sich das Spannungsfeld zwischen strategischen Interessen der USA und Irans als entscheidend erweisen: Experten halten einen Preiskorridor von 70–100 US-Dollar pro Fass für denkbar, sofern nicht eine massive Eskalation eintritt. Der steigende Goldpreis deutet darauf hin, dass Anleger derzeit Sicherheit suchen – unterm Strich ist die Lage zwar volatil, aber nicht gänzlich aus dem Ruder gelaufen. Seit Dienstagmorgen wurde die Iran-Thematik noch durch neue Meldungen zu angeblichen Sabotageakten an Raffinerien im Nahen Osten verschärft, wie mehrere internationale Agenturen berichten. Darüber hinaus beschäftigt die US-Börsianer laut t3n.de weiterhin die Unsicherheit rund um die künftige Zinspolitik – viele hoffen auf Klarheit bei der nächsten Sitzung. Zu erwähnen ist auch, dass die Nachfrage nach alternativen Investments leicht zugenommen hat, was auf ein nach wie vor nervöses Marktumfeld schließen lässt.