Die jüngsten Turbulenzen im Nahen Osten und die anziehenden Produzentenpreise stimmen Mark Dowding eher nachdenklich als gelassen. Im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' betonte er, dass die ganze Wucht des Inflationsshocks erst noch spürbar werden dürfte. Gerade in den USA zeichnet sich laut Dowding ab, dass die Teuerung wohl erst einmal ziemlich hartnäckig bleibt – und deutlich über der Zwei-Prozent-Marke, die die US-Notenbank Fed eigentlich anstrebt. Dowding hält es für möglich, dass Fed-Chef Warsh sogar Inflationsraten von nahe drei Prozent toleriert, ohne die Leitzinsen hochzuschrauben. Die Märkte allerdings, so Dowding weiter, kalkulieren für die nächsten fünf Jahre im Schnitt bloß mit Inflationsraten um die 2,3 Prozent – seiner Meinung nach viel zu verhalten. Besorgniserregend findet Dowding zudem die wachsende Masse an Anleihen, die ausgerechnet von US-Techgiganten ausgegeben werden. Sollten die Emissionen weiter zunehmen, könnten sie den Anleihemarkt ernsthaft aus dem Gleichgewicht bringen. Sein Rat für Anleger: Vorsicht bei Bonds mit langer Laufzeit – hier drohen womöglich böse Überraschungen. Und offen gestanden: Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass selbst sichere Häfen so ins Wanken geraten können? Das fühlt sich weniger nach Planung, mehr nach Zitterpartie an.
Dowding mahnt an, dass die Finanzmärkte die anhaltende Inflationsgefahr unterschätzen – insbesondere angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten und steigender Produktionskosten. Seine Skepsis richtet sich auch auf die Entwicklung des US-Anleihemarkts, der durch die hohe Emissionstätigkeit großer Techkonzerne zunehmend angespannt wirkt. Darüber hinaus sprechen aktuelle Wirtschaftsdaten – beispielsweise hartnäckige Arbeitsmarktstärke und schwächelnder Rückgang der Teuerung in den USA – dafür, dass eine Beruhigung der Inflation keineswegs garantiert ist. Laut neuesten Berichten rechnen Ökonomen zunehmend damit, dass der Spielraum für Zinssenkungen durch die US-Notenbank in nächster Zeit sehr begrenzt bleiben dürfte, weil die Inflationsraten sich hartnäckig über den angestrebten zwei Prozent halten. Zeitgleich warnen mehrere Stimmen, dass die Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen in den kommenden Monaten voraussichtlich hoch bleiben – was vor allem für langlaufende Anleihen zusätzliche Risiken birgt.