Das Münchner Ifo-Institut meldet, dass das Geschäftsklima im Wohnungsbau im Juli marginal kletterte – von minus 30,6 auf minus 29,3. Klingt erstmal nach Fortschritt? Vielleicht – denn die Unternehmen schätzen ihre aktuelle Situation ein bisschen positiver ein als zuletzt. Allerdings sind ihre Zukunftserwartungen immer noch überwiegend düster. 'Die Zunahme der Baugenehmigungen lässt sich inzwischen in kleinen Dosen in der Branche spüren', sagt Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut. Doch Euphorie ist fehl am Platz. Die tatsächliche Lage bleibt fragil: Zwar ist der Anteil der Firmen, die unter mangelnden Aufträgen leiden, von 43,7 auf 41,2 Prozent gesunken. Gleichzeitig aber steigen die Stornierungen – 13,1 Prozent berichten von abgesagten Bauvorhaben (im Monat davor waren es noch 11,4 Prozent). Immerhin sind Engpässe bei Baumaterialien rückläufig; der Anteil betroffener Betriebe fiel leicht auf 8,5 Prozent. Wohlrabe fasst zusammen: 'Die Richtung stimmt, aber mit angezogener Handbremse und jederzeit drohendem Rückschlag.' Irgendwie passt dieses Bild fast schon zum deutschen Sommer.
Das Geschäftsklima im deutschen Wohnungsbau hat sich im Juli ganz behutsam verbessert, bleibt aber – ganz realistisch betrachtet – auffallend schwach. Zumindest berichten die Unternehmen weniger häufig über Auftragsmangel und auch die Probleme bei der Materialversorgung lassen spürbar nach. Gleichzeitig nimmt der Anteil der Projekt-Stornos weiter zu, was die Unsicherheit für die kommenden Monate hoch hält. Manche Expert*innen weisen darauf hin, dass die gestiegenen Baukosten, hohe Zinsen und weiterhin unsichere politische Rahmenbedingungen jede nachhaltige Erholung bremsen könnten. Gerade die politische Diskussion rund um Förderprogramme, Mietmarkt und Klimaregulierung prägt derzeit die Branche, was sich auch in der Stimmung widerspiegelt (vgl. aktuelle Analysen von [FAZ](https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft), [Spiegel](https://www.spiegel.de) und [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)).