Zalando entlässt erneut Mitarbeiter in Berliner Firmenzentrale

In der deutschen Hauptstadt setzt Zalando den Sparkurs fort und streicht weitere Jobs.

heute 15:39 Uhr | 4 mal gelesen

Die neuesten Entwicklungen sind aus vertraulichen Quellen und einem internen Rundschreiben an die Öffentlichkeit gelangt – berichtet hat darüber unter anderem das "Handelsblatt". Laut diesen Informationen kam es Ende Mai zu einer Einigung zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat über die Modalitäten des Personalabbaus. Den betroffenen Angestellten wurde im Rahmen eines sogenannten Freiwilligenprogramms eine Abfindung angeboten, allerdings nur bis Ende Juni. Das Prozedere folgt dem Prinzip der "doppelten Freiwilligkeit": Erst wenn sowohl Arbeitnehmer als auch Zalando einem Aufhebungsvertrag zustimmen, wird dieser gültig. Das Gerücht über einen weiteren Stellenabbau machte bereits im März die Runde, als intern eine Reduktion um 150 bis 200 Arbeitsplätze in Aussicht gestellt wurde, so das "Handelsblatt" weiter. Zalando hat auf Nachfrage die Vereinbarung zu Aufhebungsverträgen und zum Freiwilligenprogramm bestätigt. Wie viele Menschen konkret gehen müssen, bleibt unklar – dazu äußerte sich das Unternehmen nicht. Diese neuen Kürzungen kommen zu einer Reihe von Einsparmaßnahmen hinzu: Anfang 2024 hatte das Unternehmen angekündigt, das traditionsreiche Logistikzentrum in Erfurt zu schließen. Für die über 2.100 Angestellten bedeutet das bis Ende September das Aus. Überdies ist auch das Segment "Lounge Content Solutions" von Kündigungen betroffen: Dort werden bis zum Jahreswechsel nochmals rund 180 Jobs abgebaut.

Zalando plant, weitere Stellen abzubauen, wobei besonders die Zentrale in Berlin betroffen ist. Das Unternehmen setzt dabei auf ein Freiwilligenprogramm mit Abfindungen, das durch eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat geregelt ist. Die Entlassungen folgen auf den bereits angekündigten Kahlschlag in Erfurt mit 2.100 Betroffenen, sowie weiteren Einschnitten in anderen Geschäftsbereichen, was die Unsicherheit für die Mitarbeitenden weiter vergrößert. Wie aus aktuellen Medienberichten hervorgeht, steht Zalando zunehmend unter Druck, seine Kostenstruktur angesichts stagnierender Umsätze und verschärften Wettbewerbs zu verschlanken. Auch andere Tech-Unternehmen und Online-Händler in Europa setzen in den letzten Monaten verstärkt auf Personalabbau, um flexibler auf die veränderten Marktbedingungen zu reagieren. Für Zalando ist dies ein schmerzhafter, aber offenbar notwendiger Schritt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben – die Aussichten für die Beschäftigten in der Branche wirken angesichts dieser Entwicklung eher trübe.

Schlagwort aus diesem Artikel