Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, sieht eine Zäsur für ganz Europa durch das Ausscheiden von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

In einem Gastbeitrag für die „Bild“ schreibt der Ministerpräsident von Ungarn, dass sich mit dem Abschied von Angela Merkel auch das politische Leben in Mitteleuropa verändern werde. In der Vergangenheit sei die Zeit von der kommunistischen Diktatur der sowjetischen Besatzung sowie dem Volksauf- und Widerstand von 1988 bis 1980 und der nachfolgenden Wiedervereinigung unter dem Kanzler Helmut Kohl durch das gemeinsame Verständnis begleitet worden. Das erklärte Ziel von einem „disziplinierten Deutschen sowie der rebellischen, unangepassten Ungarn“ wäre ein Europa gewesen, in welchem sich jede Nation zu Hause fühlen dürfe.

Die Einigkeit seit mit der Migrationskrise von 2015 zerbrochen. Durch die Migrationskrise seien tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft der EU zutage gefördert worden, schreibt Viktor Urban.

Nach dem Ausscheiden von Angela Merkel ist Viktor Urban der dienstälteste Regierungschef von der Europäischen Union.

Eine ernsthafte Herausforderung sei das Jahr 2015 gewesen, welches zum Rubikon wurde, da diese das unterschiedliche politische, philosophische und emotionale von einer Nation gewesen sei, welche die Rolle von Deutschland hervorgehoben habe. Die Heimat sei für die Ungaren und andere Mitteleuropäer immanent, substanziell die kulturelle und nationale Identität. Die Entwicklung habe gezeigt, dass Angela Merkel eine andere Richtung eingeschlagen habe, einen postnationalen und nachchristlichen Weg, führte Ungarns Ministerpräsident weiter aus.

Auf die neue Ampel-Regierung von Bundeskanzler Olaf Scholz von der SPD geht Viktor Urban mit einer deutlichen Distanz zu. Die neue linksliberale Regierung würde von Helmut Kohls Europa der Vaterländer weg hin zur gender- und migrationsfreundlichen sowie zentralistischen deutsch geprägten Politik aus Brüssel streben. Es würde hier nicht mehr Seite an Seite gestanden und wie sich die Situation entwickle, werde die Zeit zeigen. Er habe als Mitstreiter während der 16-jährigen Kanzlerschaft von Angela Merkel klare Antworten auf die Fragen der Zeit vermisst. Sicher sei, dass das Zeitalter von unklaren Verständnissen für die Politik der Zweideutigkeit sowie des Sich-treiben-Lassens jetzt zu Ende gegangen sei und neue Zeiten mit offenem Visier kommen würden. Ob unterschiedliche Ansichten mit gegenseitigem Respekt und als Bereicherung oder Belastung im bunten Europa empfunden würden, werde sich unter der zukünftigen Regierung Deutschland zeigen, erklärte Viktor Urban.

Redaktion poppress.de, Ever True Smile