Kretschmann habe es in seiner Amtszeit immer verstanden, das alltägliche Leben der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, ohne sich von lauten Stimmen oder Ideologien treiben zu lassen. Besonders hob Brantner hervor, wie sehr das Zuhören und der Brückenbau in schwierigen Situationen bei ihm im Vordergrund standen. „Winfried Kretschmann verkörpert eine Form von Regierung, die keine großen Töne spucken muss, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken“, so Brantner weiter. Nicht allen gefielen seine Entscheidungen, einige waren unbequem, doch letztlich habe Kretschmann stets das Gemeinwohl über persönliche Beliebtheit gestellt. Für die Partei, aber auch für das politische Klima in Baden-Württemberg insgesamt, sei sein Einsatz ein Glücksfall gewesen. Brantner betonte außerdem, dass die Wertschätzung, die Kretschmann erfahre, weniger an der Lautstärke seiner Botschaften, sondern vielmehr an deren Inhalt und Konsequenz liege. Am kommenden Mittwoch nimmt Baden-Württemberg nach etwa eineinhalb Jahrzehnten Abschied von seinem dienstältesten Regierungschef – dem ersten Grünen an der Spitze des Bundeslandes.
Winfried Kretschmann verlässt nach rund 15 Jahren das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und bleibt durch seinen pragmatischen, bedachten und zugleich wertebasierten Regierungsstil in Erinnerung. In der Partei der Grünen, aber auch über Parteigrenzen hinweg wird vor allem sein offenes Ohr für Bürgeranliegen und sein Mut zu schwierigen politischen Maßnahmen geschätzt. Neuere Berichte unterstreichen zudem, wie Kretschmann durch seine Gelassenheit wie auch klare Haltung in kritischen Phasen, zum Beispiel in Klima- oder Gesundheitskrisen, zentrale Weichen für das Land gestellt hat und eine Vorbildfunktion für künftige Regierungschefs bleibt.