Automobilindustrie verzeichnet historischen Beschäftigungsrückgang

Im ersten Halbjahr 2026 hat die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Automobilbranche ein Rekordtief erreicht – rund 42.300 Jobs weniger als vor einem Jahr. Dieser Rückgang von fast sechs Prozent ist einzigartig unter den großen Industriezweigen mit mehr als 200.000 Beschäftigten, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen.

heute 08:37 Uhr | 1 mal gelesen

Die Beschäftigtenzahl in der Automobilindustrie ist mit 691.500 auf ein neues Tief abgerutscht – so wenige Beschäftigte gab es hier zuletzt 2005. Und trotzdem rangiert die Branche weiterhin an zweiter Stelle hinter dem Maschinenbau, dessen Belegschaft zum selben Stichtag 905.900 Köpfe zählte. Fasst man das gesamte Verarbeitende Gewerbe ins Auge, zeigt sich ein größerer Trend: Mit 5,29 Millionen Beschäftigten wurde auch hier ein spürbarer Einbruch verzeichnet – innerhalb eines Jahres gingen 144.100 Stellen oder 2,7 Prozent verloren. Besonders kräftig war der Personalabbau bei Automobilherstellern selbst sowie Zulieferern von Teilen und Zubehör, wobei es zumindest für Hersteller von Karosserien, Aufbauten und Anhängern einen positiven Ausreißer gab: Dort wuchs die Zahl der Arbeitskräfte um stattliche zehn Prozent auf 42.800. Im Bereich Kraftwagen- und Motorenbau waren es zum Stichtag 429.200 Mitarbeiter – ein Minus von 6,1 Prozent. Die Zulieferung von Teilen und Zubehör stürzte gar um 7,6 Prozent ab und kommt noch auf 219.500 Beschäftigte. Sonstige Zulieferzweige wie etwa Reifenherstellung sind in diesen Zahlen nicht erfasst. Der Abbau von Jobs macht auch vor anderen Industriezweigen nicht halt: 3,8 Prozent weniger Arbeitsplätze in der Metallerzeugnisbranche (nun 471.700), 3,7 Prozent weniger in der Metallverarbeitung (207.200), und auch Chemie (minus 3,6 Prozent auf 312.000) sowie die Sparte elektrische Ausrüstung (minus 3,4 Prozent auf 374.500) waren besonders betroffen. Der Maschinenbau, immer noch größter Industriezweig, meldet einen Rückgang von 2,7 Prozent – genauso wie der Durchschnitt der Gesamtindustrie. Weniger stark fielen die Einbußen etwa bei der Kunststoffindustrie (minus 2,2 Prozent), der Nahrungsmittelbranche (minus 1,3 Prozent) und den Herstellern von Datenverarbeitungselektronik (minus 1,0 Prozent) ins Gewicht.

Die deutschen Industriebranchen befinden sich weiterhin im Sinkflug, mit der Automobilindustrie als besonders betroffenem Motor. Möglich machen das Umbrüche wie die anhaltende Transformation hin zu Elektromobilität, veränderte Lieferketten und eine insgesamt schwächelnde Nachfrage – all das treibt Beschäftigungszahlen auf Rekordtiefs. Laut aktuellen Wirtschaftsprognosen und Medienberichten ist zudem die Unsicherheit durch geopolitische Konflikte sowie Energiepreise ein bedeutender Risikofaktor für den gesamten Standort. In den letzten Tagen schrieben zahlreiche Leitmedien über den anhaltenden Personalaubbau: Laut der FAZ fällt insbesondere der Trend zu Kurzarbeit und Frühverrentungen ins Gewicht, die Süddeutsche berichtet von Unsicherheiten kleiner Zulieferer und deren Abhängigkeit vom globalen Markt, und die Zeit analysiert die Rolle politischer Rahmenbedingungen sowie den verstärkten Druck durch internationale Konkurrenz.

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