Insgesamt sind die Pleiten seit Jahresbeginn trotzdem gestiegen: 10.546 Insolvenzverfahren wurden von Januar bis Mai angestoßen – weitaus mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs (plus 4,9 Prozent). Und doch: Gläubiger fordern 2026 bis Mai "nur" rund 15,4 Milliarden Euro – im Vorjahr lag die Summe noch bei fast 26 Milliarden. Das lässt vermuten, dass 2025 besonders große Player in die Knie gegangen sind, wohingegen dieses Jahr die Pleitewelle vor allem die Kleinen erwischt. Wer genauer hinschaut, erkennt: Im Verkehrssektor, in der Gastronomie und auf dem Bau kracht es besonders häufig – für je 10.000 Unternehmen gibt es dort 57,2, 49,2 beziehungsweise 44,0 Insolvenzen. Eine beachtliche Quote, gerade für Branchen, für die jeder Frühling aufs Neue Überlebenskampf bedeutet.
Auch bei privaten Insolvenzen bleibt das Bild zwiespältig: Im Mai haben 5.926 Menschen Insolvenz angemeldet (minus 10,3 Prozent), doch im Zeitraum Januar bis Mai sind es wieder knapp zwei Prozent mehr – insgesamt 32.093 Verbraucherinsolvenzen. Ob das schon ein Trend ist? Vielleicht. Oder es ist nur die übliche Auf- und Abwärtsbewegung in stürmischen Zeiten.
Die aktuelle Lage bei den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist zwiespältig: Während der Mai 2026 einen kurzfristigen Rückgang brachte, bleibt auf Jahressicht ein klarer Anstieg der Pleiten erkennbar. Auffällig bleibt, dass die Forderungssumme der Gläubiger trotz mehr Insolvenzanträgen niedriger ausfällt – ein Hinweis darauf, dass vor allem kleinere Unternehmen betroffen sind, während große Konkurse seltener werden. Branchen wie Transport, Gastronomie und Bau stehen weiterhin besonders unter Druck, bedingt durch gestiegene Kosten, Fachkräftemangel und verändertes Konsumverhalten. Laut Berichten der letzten Tage bleibt das Insolvenzgeschehen volatil, wobei Experten mit Nachholeffekten nach den Corona-Hilfen rechnen, aber auch auf politische Unsicherheiten durch globale Wirtschaftslagen, die Energiekrise und Zinsentwicklungen verweisen. Die Zahl privater Insolvenzen bleibt ebenfalls erhöht, viele Schuldner sind durch Inflation und gestiegene Lebenshaltungskosten belastet. Alles in allem bleibt die wirtschaftliche Gesamtlage angespannt, auch wenn der Mai eine kleine Verschnaufpause bietet.