Tatsächlich ist der Begriff „KI-Entkleidungs-App“ kein Fremdwort mehr für die meisten in Deutschland. Dass diese Technik, die mit wenigen Klicks intime Grenzen überschreiten kann, existiert, wissen mittlerweile rund 84 Prozent – das ist kein Nischenthema mehr. Und immerhin hat jede*r Zweite so etwas sogar abseits von klassischen Medien in irgendeiner Form mitbekommen; teils im eigenen Bekanntenkreis, teils durch Geschichten im Netz oder in WhatsApp-Gruppen.
Besorgniserregend ist vor allem die Angst, dass besonders Kinder oder enge Angehörige mit diesen Tools ins Visier geraten könnten. Laut Umfrage macht sich jede*r Dritte darüber ernsthafte Gedanken. Mich persönlich überrascht das nicht: Wer will schon riskieren, dass Kinderfotos zum Spielball für Fremde werden? Interessant ist aber auch, dass fast ein Viertel der Befragten findet, die Debatte sei zu aufgebauscht! Ein bisschen wie dieses Lagerfeuer einer Aufregung, bei der einige schon die Marshmallows rausholen, während andere die Flammen noch gar nicht bemerkt haben.
Um diese Zahlen zu erhalten, hat Bitkom Research im Frühling 2026 gut 1.000 Erwachsene ab 16 ans Telefon geholt oder online befragt. Kleine Randnotiz: Wer telefoniert heute eigentlich noch bei Umfragen?
Die Erhebung des Bitkom-Verbands zeigt eine klare Haltung in der Bevölkerung: KI-Tools, die Fotos oder Videos künstlich entkleiden oder sexualisieren, stoßen bei 84 Prozent der Deutschen auf Ablehnung – sie wünschen sich ein Verbot. Besonders groß ist die Angst, dass solche Anwendungen Kinder und nahestehende Menschen treffen könnten. Zugleich werden Bedenken sichtbar, ob die Aufregung um diese Technologien übertrieben ist – rund ein Viertel der Befragten spielt das Thema noch etwas runter. Recherchen zeigen: Die politischen Debatten zu KI werden zunehmend intensiver, die Regulierung auf EU-Ebene nimmt Fahrt auf (siehe etwa die Diskussionen um den AI Act, der in Brüssel beschlossen wurde). Außerdem mehren sich Berichte über konkrete Fälle von digitalem Missbrauch, was zu mehr politischem Druck führt, aber auch gesellschaftliche Debatten über Datenschutz und Medienkompetenz befeuert.