Collien Fernandes setzt Hoffnung auf Wandel nach Protesten gegen digitale Gewalt

Die Schauspielerin wünscht sich, dass die Demonstrationen gegen digitale Gewalt einen echten gesellschaftlichen Wandel anstoßen. Sie betont, wie wichtig es ist, Betroffene ernst zu nehmen und das Problem nicht zu verharmlosen.

heute 17:46 Uhr | 3 mal gelesen

Collien Fernandes hat ihre Erwartungen an die Wirkung der Proteste gegen digitale Gewalt gegen Frauen in deutschen Städten klar formuliert. Sie glaubt, dass solche Aktionen nur dann etwas bewirken, wenn sie keine Eintagsfliege bleiben sondern strukturelle Veränderungen nach sich ziehen.

Oft überraschende Reaktionen

Was Fernandes ins Nachdenken gebracht hat: Viele Männer, so berichtet sie, reagierten defensiv, sobald das Thema digitale Gewalt aufgegriffen wird. Sie erleben es offenbar als Angriff auf sich als Person – und nicht als Aufruf, zuzuhören und sich einzufühlen.

Ebenso stößt ihr auf, dass Feministinnen pauschal als Männerhasserinnen abgestempelt werden. Sie betont, dass es um gerechtere Verhältnisse gehe – nicht um Feindseligkeit gegenüber Männern.

Tipps für Betroffene – aus eigener Erfahrung

Fernandes weiß, welch große Hürde es ist, über eigene Erfahrungen mit (digitaler) Gewalt zu sprechen. Sie empfiehlt Austausch, Zusammenhalt und Mut, etwa in Selbsthilfegruppen, als erste Schritte. "Redet darüber! Auch wenn erst mal niemand zuhört, das ist der einzige Weg raus aus der Isolation", sagt sie.

Der Austausch helfe, Muster zu erkennen und herauszufinden, dass viele betroffen sind – nicht nur Einzelne. Dabei ist es für sie essenziell, dass die Schuld nie bei den Opfern gesucht wird.

Digitale Gewalt: Unsichtbare Alltagsgefahr

Immer mehr wird digitale Gewalt auch in Deutschland als eigenständiges Problem erkannt – ein Problem, das im Alltag vieler längst angekommen ist: Überwachung mit Spyware, digitale Bloßstellung oder Kontrolle über Handy und Social Media werden vielfach berichtet.

Hier setzt Fernandes’ Aufruf besonders an. Erst wenn Gesellschaft, Polizei und medizinisches Personal die Dimension von digitaler Gewalt begreifen, gibt es für viele Betroffene einen echten Ausweg aus dem Schweigen und der Angst.

Es muss mehr passieren als Empörung

Was sich ändern muss, bleibt für Fernandes klar umrissen. Sie fordert, dass Schulen, Beratungsstellen und Polizei endlich dauerhaft sensibilisiert werden und Prävention mit Strafverfolgung Hand in Hand gehen.

Die aktuellen Demonstrationen machen deutlich: Immer mehr Menschen sind bereit, über digitale Gewalt zu sprechen. Offen bleibt, ob daraus auch vorbeugende und schützende Maßnahmen folgen – und nicht bloß ein Aufschrei verpufft.

Collien Fernandes macht sich stark für einen Wandel im gesellschaftlichen Umgang mit digitaler Gewalt, besonders gegenüber Frauen. Sie fordert, das Thema nach den jüngsten Protesten ernsthaft und dauerhaft zu behandeln und Betroffenen mehr Gehör zu schenken. Die Hürden auf dem Weg dorthin sind vielfältig: fehlende Sensibilität im Alltag, pauschale Abwehrreflexe, institutionelle Lücken und das gesellschaftliche Bedürfnis, Probleme lieber auszublenden als konsequent anzugehen.

Aktuelle Einordnung – Mehrdimensionale Herausforderung

Neuere Berichte, etwa von der taz oder Zeit Online, zeigen, wie allgegenwärtig digitale Kontrolle in Beziehungen geworden ist. Viele Frauen erleben Überwachung durch Spyware, Kontrolle über Chats oder Bedrohungen im Netz täglich. Betroffenen fallen vor allem die mangelnde Unterstützung von Polizei und Beratungsstellen auf, auch weil Rechtslagen oft undurchsichtig sind.

Diskutiert wird derzeit in der Politik, ob spezifische Gesetze gegen digitale Gewalt geschaffen werden sollen. Außerdem mehren sich Forderungen, Präventionsarbeit in Schulen und Medien auszuweiten und digitale Gewalt in der Ausbildung von Therapeutinnen und Therapeuten zu verankern. Fernandes’ Forderungen nach offener Debatte und strukturellen Änderungen erscheinen damit aktueller denn je.

Wie taz und Spiegel aktuell berichten, gab es in den letzten Tagen bundesweit Demos mit deutlich mehr Teilnehmenden als ursprünglich erwartet. Angestoßen durch prominente Betroffene wie Collien Fernandes, scheint die Zivilgesellschaft zunehmend bereit, nicht mehr wegzuschauen und Druck auf Politik und Institutionen auszuüben. Quelle: taz, Quelle: Spiegel.

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