Noch gibt es im Verband der Automobilindustrie (VDA) keine endgültige Entscheidung, aber das Nachdenken hat begonnen. Wie eine Sprecherin dem "Handelsblatt" verriet, prüft man intern, ob man seine bisherige, recht diplomatische Haltung zu Handelskonflikten mit China aufgeben sollte – Grund: die stetig wachsende Konkurrenz aus Fernost, deren Preise inzwischen beunruhigend niedrig sind. Natürlich, so die Stimme aus dem VDA, müsse China seinerseits aktiv werden und für fairen Wettbewerb sorgen. Bisher hatte sich die deutsche Autobranche eher gegen neue Handelshemmnisse gesträubt, fast als wolle man Konflikte partout vermeiden. Doch der Ton hat sich verändert, spätestens, seit Volkswagen-Chef Oliver Blume eine Ausweitung der EU-Ausgleichszölle auch auf sogenannte Plug-in-Hybride aus China forderte. Begründet wird das mit chinesischen Überkapazitäten und dem Versuch aus China, durch verstärkte Exporte den heimischen, schwächelnden Markt auszugleichen. Auch andere Stimmen aus der Industrie fordern, mögliche Schutzmaßnahmen der EU könnten noch breiter gefasst werden – etwa auf sämtliche Hybridmodelle, nicht nur reine Elektroautos. Und ein Fakt bleibt hängen: Der Anteil chinesischer Autos – egal ob Benziner, Stromer oder Hybrid – am europäischen Markt ist von fast null auf knapp zehn Prozent gestiegen, wenn man Nicht-EU-Staaten dazuzählt. Das alles passiert zu einem Zeitpunkt, an dem die EU bis Oktober über weitere Schutzmaßnahmen nachdenkt; sollte der VDA seine Haltung tatsächlich ändern, wäre das auch ein Signal an die Berliner Politik. Ob die Bundesregierung mitzieht? Man darf gespannt sein und vielleicht auch ein bisschen besorgt.
Das Verhältnis zwischen deutschen Autobauern und chinesischen Herstellern steht vor einer möglichen Zäsur: Angesichts des wachsenden Absatzdrucks durch günstige chinesische Modelle, besonders im Bereich von Elektro- und Hybridfahrzeugen, debattiert der VDA erstmals ernsthaft über stärkere Handelsbeschränkungen als Reaktion. Bislang galt Abschottung als letztes Mittel, doch stetig steigende Marktanteile chinesischer Anbieter sowie der jüngste Positionswechsel von VW-Chef Oliver Blume heizen die Diskussion an. Gleichzeitig beobachtet die Bundesregierung die Entwicklung aufmerksam, denn im Herbst endet die offizielle Frist zur Prüfung von EU-Handelsschutzmaßnahmen gegen China.
Aktuelle Recherchen zeigen: Die Debatte ist nicht nur von wirtschaftlichen Interessen, sondern auch von politischen Spannungen geprägt. Jüngst meldete das "Handelsblatt", dass auch andere europäische Länder auf verschärfte Zölle drängen. Zudem betonen Fachmedien, dass chinesische Hersteller gezielt Innovationen in Batterietechnologie und Software vorantreiben, was den Konkurrenzdruck zusätzlich erhöht.