Ein ungeahnter Puffer vor dem Herbst?
Kaum ist der August in den Büchern, vermeldet das Statistische Bundesamt: Die deutsche Industrie sitzt auf mehr offenen Bestellungen als im Monat davor – ein Plus von 0,5 Prozent. Noch deutlicher fällt die Entwicklung im Jahresvergleich aus: Im Vergleich zum August des Vorjahres schwillt der Auftragsvorrat sogar um satte 10,7 Prozent an.Maschinenbauer reiben sich die Hände
Überraschend – und das meine ich wirklich – ist, dass vor allem die klassischen Maschinenbauer sowie Hersteller von Datenverarbeitungstechnik und Elektronik ihre Aufträge mehren konnten. Maschinenbau? Wieder mal 0,5 Prozent obendrauf, während Datenverarbeiter mit 1,4 Prozent Plus buchstäblich einen Schritt voraus sind. Dagegen steht die Autoindustrie ein wenig auf der Bremse: minus 0,4 Prozent im Auftragsbestand – vielleicht auch nicht unerwartet angesichts der schleppenden Entwicklung beim E-Auto oder der Halbleiterlage, aber irgendwas hakt.Ein Blick auf Inland und Ausland
Die Nachfrage kommt aus mehreren Richtungen: Im Inland waren es Plus 0,4 Prozent, aus dem Ausland sogar Plus 0,5 Prozent. Was auffällt? Investitionsgüterhersteller legen ebenfalls zu, ebenso die Vorleistungsgüter-Leute (zwei doch recht technical klingende Begriffe, aber na gut), wohingegen die Konsumgüterhersteller einen leichten Dämpfer hinnehmen müssen.Mehr Bestellungen, aber kein längerer Atem
Und trotz alledem – der „Puffer“ an Aufträgen bleibt, was die Reichweite betrifft, exakt bei 9 Monaten wie im Vormonat stehen. Das heißt: Selbst mit mehr Aufträgen im Gepäck würde es rechnerisch weiterhin rund neun Monate dauern, bis der ganze Berg abgearbeitet ist. In meinen Augen ist diese Stabilität fast noch die erstaunlichste Nachricht in dem ganzen Zahlenwust.Kleine Baustellen und große Fragen
Unterm Strich bleibt die Entwicklung recht uneinheitlich: Während Sensorik und Maschinenbauer voranschreiten, bleibt der Fahrzeugbau ein Bremsklotz und verhindert ein durchgängig positives Bild. Ich frage mich: Sind das einfach kurzfristige Schwankungen oder ein Warnsignal für tiefere Verschiebungen im ganzen System? Sollte man nicht vergessen.Warten, dass der Auftrag zum Umsatz wird
Natürlich reicht ein hoher Auftragspolster allein nicht für rosige Produktionsdaten – Lieferprobleme, Personalmangel oder ein sich drehender Weltmarkt können alles verzögern. Insbesondere die Dynamik bei den Auslandsaufträgen macht klar: Ohne internationalen Rückenwind wird die Lage für die exportorientierte deutsche Industrie nervös bleiben. Oder, um es salopp zu sagen: Viel in der Pipeline, aber ob und wann es wirklich läuft, bleibt offen.
Kurzer Rückblick auf die Lage
Der Auftragsbestand der deutschen Industrie verzeichnet im August einen kleinen, aber nicht unerheblichen Zuwachs – das Plus von 0,5 Prozent zum Juli und sogar 10,7 Prozent zum Vorjahresmonat zeigen eine solide Entwicklung. Doch der Schein trügt ein Stück weit: Die Steigerungen sind klar in technologieorientierten Branchen wie Maschinenbau und Elektronik heimisch, während ausgerechnet die Automobilindustrie als traditionelles Zugpferd nachhinkt.Was steckt dahinter?
Die Reichweite bleibt auf gleichem Niveau: Inländische und ausländische Aufträge klettern zwar, doch der Abarbeitungszeitraum stagniert. Aus Berichten der letzten Stunden geht aber auch hervor, dass die exportorientierte Industrie zunehmend unter dem schwächelnden Welthandel, hohen Energiekosten und Lieferengpässen leidet – das Institut der deutschen Wirtschaft etwa weist auf massive Unsicherheiten durch die internationale Entwicklung hin (https://www.faz.net). Weitere Recherchen zeigen, dass die Industrie teils auf große, aber auch schwer planbare Nachholbedarfe zurückblickt, weil coronabedingte Störungen und neue geopolitische Risiken (siehe Nahostkonflikt, China-USA) für Unruhe sorgen. Trotzdem heben Analysten hervor, dass die jüngste Zunahme der Aufträge Hoffnung gibt, die Konjunktur könne sich zum Jahresende stabilisieren – allerdings müsse man mit weiteren Dämpfern rechnen, etwa durch steigende Zinsen und einfallsreiche Konkurrenz aus Asien (https://www.zeit.de). Zusammengefasst: Das Wachstum der Auftragsbestände bringt kurzfristig ein klein wenig Rückenwind, bleibt aber in der Gesamtbetrachtung fragil. Ohne eine Belebung der internationalen Nachfrage, eine Erleichterung bei Lieferketten oder einen Schub durch die Politik dürfte die Industrie weiter auf Sicht fahren müssen.Kurzzusammenfassungen neuer Artikel
- FAZ: Die Industrie erlebt laut aktuellen Daten zwar einen Auftragszuwachs, sieht sich aber weiterhin mit Unsicherheiten bei den Lieferketten und der internationalen Nachfrage konfrontiert, während die Schwäche im Automobilsektor besonders ins Gewicht fällt (Quelle: FAZ).
- ZEIT: Die Konjunktur hofft auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend, muss aber mit Herausforderungen durch hohe Energiekosten und geopolitische Unsicherheiten rechnen, sodass Analysten das Wachstum der Auftragsbestände nur als vorübergehenden Lichtblick deuten (Quelle: Die Zeit).
- BILD: Trotz positiver Schlagzeilen zu den Auftragsbeständen zeigt sich im Mittelstand eine gewisse Ernüchterung, da viele Firmen angeben, dass sich die Auftragsabwicklung durch Kosten- und Personaldruck verzögert und ein wirklicher Aufschwung aktuell ausbleibt (Quelle: Bild).