Gestern Abend blickten viele Menschen gebannt gen Himmel – zumindest diejenigen, die von Wolken und Terminen verschont blieben. Über Deutschland zeichnete sich ein seltenes Spektakel ab: Die Sonne verschwand Stück für Stück hinter dem Schatten des Mondes, wobei es hierzulande allerdings bei einer partiellen Verdunkelung blieb. Der Verlauf dieses Himmelsereignisses: Der dunkle Kernschatten des Mondes fegte zunächst durch arktische Regionen, zielte auf Grönland und Island und gelangte schließlich bis auf das europäische Festland – insbesondere nach Spanien und an die Nordost-Ecke Portugals. Dort wurde die Sonnenfinsternis, nicht zu Unrecht, als Totale bezeichnet.
In unserer Gegend begann das Grauwerden des Zentralgestirns gegen 19:11 Uhr im Norden – im Süden Deutschlands dauerte es noch ein paar Minuten länger. Die größte Bedeckung, etwa 85 bis 90 Prozent, wurde zwischen 20:05 Uhr und 20:15 Uhr erreicht. Das Naturschauspiel verabschiedete sich schließlich mit dem Sonnenuntergang, je nach Standort ungefähr zwischen halb neun und kurz nach neun Uhr. Experten und Sternwarte-Leute konnten es auch diesmal nicht oft genug sagen: Ohne spezielle Brille ist das Beobachten einer Sonnenfinsternis schlicht gefährlich für die Augen, Sonnenbrille reicht nicht – das sieht zwar cool aus, bringt aber nichts.
Derweil bebte Spanien im wahrsten Sinne vor Aufregung. Medien meldeten kilometerweise Staus schon am Vormittag auf Mallorca, weil sich Schaulustige beliebte Aussichtspunkte sicherten. Mancherorts waren die Zufahrtsstraßen deswegen vorzeitig dicht und die Strände brechend voll. Die totale Dunkelheit verzog sich am Ende der Strecke, kurz nach halb neun, am Mittelmeer. Sonnenfinsternisse sind schon bemerkenswert – und manchmal fast zu wild für den Alltag.
Die partielle Sonnenfinsternis, die am Mittwochabend große Teile Europas in Staunen versetzte, wurde in Deutschland vor allem als astronomische Randnotiz erlebt, während in Spanien die totale Verdunkelung die Menschenmassen bewegte. Meteorologen und Astrologen betonten nicht nur das seltene Zusammenspiel der Himmelskörper, sondern warnten wie immer eindringlich vor den Gefahren einer ungeschützten Beobachtung. Besonders auffällig war diesmal die enorme mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit etwa auf Mallorca, wo sich der Run auf exponierte Beobachtungsplätze zu regelrechten Ausnahmezuständen entwickelte.
Weitere aktuelle Details: Laut neuen Berichten wurde in mehreren deutschen Städten vereinzelt von sogenannten "künstlichen Sonnenfinsternissen" berichtet – verursacht durch Wolkendecken, die pünktlich zum Ereignis die Sicht versperrten. In Frankreich kam es im Zuge des Andrangs zu temporären Schließungen von Parkanlagen, da die Behörden mit zu großem Zulauf rechneten. Experten aus der Schweiz lobten die ungewöhnlich hohe Zahl an jungen Beobachtern und Schülergruppen, die von Schulen aus spezielle Live-Streams oder kleine Beobachtungsstationen nutzen konnten.