Eine Million Straßenbäume bis 2030? Die Grünen wollen Städte runterkühlen

Mit ambitionierten Forderungen setzen die Grünen der urbanen Sommerhitze etwas entgegen: Bundesgeld für mehr Stadtbäume, ein verbindliches Baumgesetz und strenge Vorgaben gegen neue Flächenversiegelung. Vor allem Berlin soll eine Vorreiterrolle einnehmen und bis 2030 keine Netto-Neuversiegelung mehr zulassen, wie ein internes Papier nahelegt. Die Rheinische Post hat die Details offengelegt.

heute 10:59 Uhr | 2 mal gelesen

Die Pläne der Grünen erinnern fast an ein Bild aus einem Zukunftsroman: Rund eine Million frisch gepflanzte Straßenbäume bis zum Jahr 2030, angeschoben mit Geld aus Bundesmitteln und gestützt von einem neuen "Baumgesetz".

Weniger Asphalt, mehr Leben

Die Hauptstadt ist nicht nur touristischer Magnet, sondern könnte auch botanischer Vorzeigeort werden: Dort sollen zukünftig selbst bei kleinsten Bauarbeiten Bäume mitgeplant werden, egal ob es um neue Busspuren, Trinkbrunnen oder sogar unterirdische Leitungen geht. Die Vorstellung, spätabends unter Schatten spendenden Bäumen nach Hause zu schlendern, klingt greifbar – und so anders als die übliche Betonwüste.

Das 3-30-300-Modell: Konkret und fast mathematisch

Hinter der Idee steckt ein klarer Ansatz: Mindestens drei große Bäume pro Wohnhaus, 30 Prozent Baumkronen-Fläche je Stadtviertel und kein Haushalt weiter als 300 Meter vom nächsten Grün entfernt. Für viele scheint das erst mal utopisch, ist aber vielleicht realistischer als gedacht, vor allem angesichts der letzten Hitzesommer.

Netto-Null-Versiegelung in Berlin: Baustellenroulette

Berlin soll, so der Plan, ab 2030 jegliche neue Flächenversiegelung durch Entsiegelung ausgleichen. Das klingt theoretisch nachvollziehbar, in der Praxis aber auch nach einem ziemlich komplexen Puzzle – wie viele Beete muss man wohl zurückbauen, damit ein Parkhaus extra entstehen darf? Und irgendwie wirkt das wie ein Riesenschritt für eine ohnehin schon vielbebaute Stadt.

Taskforces gegen die Hitzegefahr

Jede Stadt soll nach dem Willen der Grünen sogenannte "Hitzestäbe" einrichten – kommunale Teams, die schnell auf Hitzewellen reagieren. Soforthilfe sollen besonders Krankenhäuser, Kitas und Seniorenheime bekommen. Ehrlich gesagt: Eigentlich verwunderlich, dass es bisher keine festen Notfallpläne für die Gesundheit bei Hitze gibt, wo doch die Zahl der Hitzetoten steigt.

Schattenplätze für alle – und zwar gratis

Ob Bibliotheken, Schwimmbäder oder öffentliche Hallen: Ab 35 Grad soll der Zugang frei sein, damit niemand draußen schmoren muss. Die Liste der Maßnahmen liest sich ein wenig wie Techno-Utopie, doch ein besseres Hitzemanagement in der Stadt wirkt dringend notwendig. Gerade bei gestiegener Altersstruktur und zunehmenden Extremwetterlagen kann man nicht mehr einfach "Abwarten und Tee trinken". Inwieweit diese Vorschläge im parlamentarischen Alltag Widerhall finden und tatsächlich Städte kühler machen, bleibt abzuwarten. Mit einer Mischung aus Pragmatismus und großen Träumen könnten die Grünen dennoch wichtige Debatten vorantreiben und das Leben in Städten langfristig verändern.

Mit ihrem Beschlussentwurf wollen die Grünen deutsche Städte langfristig gegen die zunehmende Hitze und Versiegelung wappnen. Dafür schlagen sie die Pflanzung von bundesweit einer Million zusätzlicher Straßenbäume bis 2030 vor, begleitet von einer staatlichen Förderung und einem spezifischen Gesetz, das Baumpflanzungen zur Pflicht bei jeder Bauaktivität machen soll. Im Fokus steht insbesondere Berlin, wo sämtliche neue Versiegelung durch Entsiegelung ausgeglichen werden soll – begleitet von einer Hitze-Taskforce, kostenlosem Zugang zu öffentlichen kühlen Orten ab 35 Grad und einem klaren Ziel zur Gesundheitsaufklärung in Hitzeperioden. Aktuelle Medienrecherchen zeigen: Viele Kommunen sind mit der Umsetzung der nötigen Hitzeschutzmaßnahmen noch im Verzug und das Netz an öffentlichen Trinkwasserstellen bleibt lückenhaft. Fördermittel werden oft nicht komplett ausgeschöpft, und in sozialen Einrichtungen fordern Experten schnellere Modernisierung, besonders mit Blick auf kommende Sommer. Der politische Raum diskutiert teils kontrovers, wie ehrgeizige Klimamaßnahmen und alltägliche Haushaltsrealität unter einen Hut zu bekommen sind.

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