Gute Nachrichten für Erdbeerliebhaber? Dieses Jahr wohl eher nicht: Laut den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes steht die geringste Erdbeerernte seit drei Jahrzehnten bevor. Im Freiland werden voraussichtlich gerade mal 71.300 Tonnen Erdbeeren gepflückt – ein drastisches Minus gegenüber dem Sechsjahresmittelwert von 94.400 Tonnen. Damit kratzt die Ernte an einem Tief, wie es zuletzt 1995 vorkam (damals: 68.800 Tonnen). Interessant ist, dass nicht nur das Wetter – Trockenphasen, Starkregen, Temperaturkapriolen, man kennt das ja mittlerweile – eine Rolle spielt, sondern auch ein kontinuierlicher Rückgang der Anbauflächen: Innerhalb eines Jahres ist die Fläche um fast drei Prozent geschrumpft, im Vergleich zu den vergangenen sechs Jahren sogar um satte 18,5 Prozent. Das ist mehr als ein Ausrutscher, das riecht schon nach Trend – oder vielleicht doch nach Umstrukturierung in den Betrieben?
Nicht minder spannend fällt der Blick auf den deutschen Spargel aus. Auch hier ist kein Grund zur Euphorie: Die kommende Ernte wird wohl bei rund 100.300 Tonnen liegen, das sind mehr als drei Prozent weniger als im Vorjahr und der schwächste Wert seit 2010. Die Anbaufläche für Spargel bleibt fast stabil, leicht rückläufig, der starke Schrumpfungsprozess scheint sich immerhin abzubremsen. Regional betrachtet, bleibt Niedersachsen Spargelprimus, dicht gefolgt von Bayern und Brandenburg. In Baden-Württemberg erzeugt man immerhin mehr Erdbeeren als 2025 – eine kleine Ausnahme im Abwärtsstrudel also.
Die Gründe? Klimawandel, sinkende Profite, weniger Saisonarbeitskräfte oder schlichtweg neue Prioritäten bei Landwirt:innen. Wer weiß das schon sicher – ganz so einfach ist Landwirtschaft nämlich selten zu erklären. Und ehrlich gesagt: Vielleicht gibt es nächstes Jahr wieder Erdbeeren „wie Sand am Meer“ – aber für 2026 sieht es ganz und gar nicht danach aus.
Die Freiland-Erdbeerernte in Deutschland wird 2026 voraussichtlich auf den tiefsten Stand seit 1995 fallen, weil sowohl die Anbaufläche als auch die Durchschnittserträge deutlich zurückgegangen sind. Auch der deutsche Spargelbau muss Verluste hinnehmen, allerdings flachen sich die Rückgänge bei den Anbauflächen langsam ab. Schwankende Wetterbedingungen und strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft beeinflussen das Ernteergebnis zusätzlich – ein Trend, der sich auch in anderen europäischen Ländern mit vergleichbarer Landwirtschaft zeigt.
Online-Recherchen konnten die Schätzungen weiter untermauern: Laut aktuellen Agrarmarkt-Trends kostet der Klimawandel den Obst- und Gemüsesektor mittlerweile nicht nur Ertrag, sondern auch Planungssicherheit. Dazu kommt der Mangel an Erntehelfern, der besonders die arbeitsintensiven Kulturen wie Erdbeeren und Spargel betrifft – es gibt schlicht oft nicht mehr genug Personal für das gesamte Zeitfenster der Ernte. Außerdem setzen viele Betriebe inzwischen auf geschützten Anbau oder sogar alternative Kulturen, um wirtschaftlich zu bleiben.