Deutschlands Handel mit China 2026: Importe klettern, Exporte sinken deutlich

Trotz rückläufiger Exporte baut China seine Rolle als wichtigster Importpartner Deutschlands weiter aus – mit weitreichenden Folgen für die deutsche Wirtschaft.

vor 49 Minuten | 2 mal gelesen

Manchmal schleicht sich der Wandel so leise ein, dass man ihn im Alltag kaum spürt. Und dann präsentieren einem die nüchternen Zahlen des Statistischen Bundesamts plötzlich ein ganz klares Bild: Deutschlands Importe aus China haben von Januar bis Mai 2026 zwar ordentlich zugelegt (6,2 Prozent), während die Ausfuhren um satte 14,5 Prozent zurückgingen. Im Mai allein importierte Deutschland Waren im Wert von 14,0 Milliarden Euro aus China – ein leichter Zuwachs –, doch der Export nach China fiel auf schwache 29,6 Milliarden Euro für die ersten fünf Monate. So soll's laufen? Nicht unbedingt, denn der sogenannte Importüberschuss schwillt an wie der Rhein nach tagelangem Dauerregen: 42,8 Milliarden Euro Minus im Handel mit der Volksrepublik, im Vorjahr waren es noch rund 33,5 Milliarden.

Schaut man genauer hin, was da über die Ozeane schippert, offenbart sich eine eigentümliche Abhängigkeit: Fast jedes zweite Notebook, zwei Drittel aller Smartphones, über 80 Prozent der Lithium-Ionen-Akkus – made in China. Selbst bei Elektroautos und Solarmodulen ist die chinesische Dominanz nicht mehr zu übersehen. Sicher, deutsche Maschinen, optische Erzeugnisse oder Autos sind weiterhin Exportschlager ins Reich der Mitte, aber da ist ein deutlicher Knick: Besonders Autos und Maschinen fahren den Rückwärtsgang ein. Mein Eindruck: In Zeiten globaler Krisen setzt Deutschland in Sachen Export allzu oft auf alte Rezepte – bloß, dass die Welt sich weiterdreht. Unangenehm. Oder vielleicht auch der Anstoß, den Kompass neu auszurichten.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts verdeutlichen einen wachsenden Handelsungleichgewicht zwischen Deutschland und China: Während die deutschen Importe aus China im ersten Drittel des Jahres 2026 gestiegen sind, gingen die Exporte weiter zurück. Speziell die Automobilbranche gerät zunehmend unter Druck, denn Chinas Bedeutung als Lieferant für Hochtechnologieprodukte und Elektroautos nimmt weiterhin zu. Medien wie taz und FAZ berichten, dass die Politik jetzt darüber debattiert, die wirtschaftliche Verwundbarkeit Deutschlands durch neue Handelsabkommen und eine verstärkte Förderung von Innovationen im eigenen Land zu verringern.

Zusätzliche aktuelle Recherchen zeigen, dass auf dem EU-Gipfel in Brüssel die Beziehungen zu China angesichts der Handelsdefizite und unfairen Wettbewerbsbedingungen besonders kritisch diskutiert wurden. Die Tagesschau verweist auf neue EU-Regulierungen zu chinesischen Elektroautos, die heimische Produktion schützen sollen. Zeitgleich veröffentlicht die Süddeutsche Zeitung Einblicke, wie deutsche Unternehmen versuchen, ihre Abhängigkeit durch Diversifizierung der Lieferketten zu mindern und verstärkt in andere asiatische Märkte zu investieren.

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