EVG befürchtet weiteren Stellenabbau bei DB Cargo – ein fatales Signal

Die Eisenbahngewerkschaft EVG blickt angesichts der aktuellen Niedrigwasser-Situation besorgt auf DB Cargo. Ihr Vorsitzender Martin Burkert warnt entschieden davor, weitere Einschnitte vorzunehmen – gerade jetzt sei das Unternehmen für die Industrie Gold wert.

heute 10:57 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn man ehrlich ist: Beim Thema DB Cargo fühlt es sich ein bisschen so an, als würde man ein Schiff bei Sturm absichtlich kleiner bauen wollen. Die Kapazitäten – jahrelang irgendwo zwischen Rotstift und Rotlicht schwebend – sind inzwischen ausgereizt. Und jetzt, mit den niedrigen Flusspegeln, lässt sich ganz gut beobachten, was mit den Lieferketten passiert, wenn plötzlich Züge gefragt sind, die eigentlich längst nicht mehr existieren sollten. Trotzdem – die Bundesregierung denkt laut Martin Burkert wohl allzu oft betriebswirtschaftlich. Aber kann man einen so wichtigen Joker wie DB Cargo einfach opfern, nur weil die Zahlen irgendwann schicker aussehen? Vielleicht ist das kurzsichtig. Denn: Niemand kann sagen, wie lange das Niedrigwasser noch bleibt. Die Klimakrise schleicht sich klammheimlich als neue Normalität ein – und unter solchen Bedingungen, meint Burkert, wird genau diese Vielseitigkeit von DB Cargo mehr zur Überlebensfrage als zur Finanzdiskussion.

Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert warnt vor weiteren Einsparungen bei DB Cargo, da die Kapazitäten im Güterverkehr durch langjährige Sparmaßnahmen bereits stark reduziert wurden. Gerade mit Blick auf die aktuelle Niedrigwassersituation, die den Gütertransport auf vielen Flüssen behindert und eine Verlagerung auf die Schiene notwendig macht, sollte die Bundesregierung die Güterbahn nicht nur aus finanzieller Sicht betrachten. Im Kontext häufiger werdender Klimaextreme betont Burkert die strategische Bedeutung von DB Cargo für die Versorgungssicherheit der Industrie und fordert ein Umdenken in der Verkehrspolitik. Laut neuesten Berichten steuert DB Cargo trotz Restrukturierungsmaßnahmen auf weitere Defizite zu. Die Bundesregierung plant weiterhin umfangreiche Investitionen, steht jedoch angesichts der schwächelnden Wirtschaft und der Konkurrenz durch LKW-Transporte vor einem Dilemma.

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