Fifa-Investorenpläne: Bundesregierung pocht auf Fan-Zugang zu Weltmeisterschaften

Während die Fifa überlegt, Anteile an Fußball-Weltmeisterschaften an Investoren abzutreten, hebt die Bundesregierung die Bedeutung der Zugänglichkeit großer Sportevents für alle hervor – ohne sich direkt in die Verbandsautonomie einzumischen.

heute 16:13 Uhr | 1 mal gelesen

Eigentlich ist es fast schon ein Ritual: Wenn irgendwo im Sport hohe Summen die Runde machen, kommt die Frage nach politischer Einmischung auf. Die Bundesregierung hält sich – wenig überraschend – zurück, will die Pläne der Fifa, WM-Anteile womöglich Investoren zu überlassen, nicht direkt kommentieren. "Das ist Sache der Verbände", erklärte Regierungssprecher Steffen Meyer, beinahe nüchtern, bei der Bundespressekonferenz. Klar, der Sport hat seine Autonomie. Aber – und das ist der kleine Stolperstein in Meyers Äußerungen – zu gesellschaftlicher Bedeutung und Verbundenheit des Fußballs äußert sich die Politik dann doch eindeutiger. Sport sei eben mehr als nur ein Geschäft, sondern fungiere als gesellschaftlicher Klebstoff, sagt Meyer (und ich kann mich dem ehrlich gesagt nicht entziehen). Er mahnt, das breite Publikum dürfe trotz Investoren und wirtschaftlicher Interessen nicht zum Zuschauenden zweiter Klasse werden: "Bezahlbarkeit, breiter Zugang, gesellschaftliche Integrationskraft" – das sind die Begriffe, an denen sich ein WM-Turnier messen lassen muss. Auf heikle Themen wie Steuervergünstigungen für Fifa-Turniere mit Privat-Investoren oder drohende Nachteile für künftige deutsche Bewerbungen (gerüchteweise steht eine Bewerbung für 2038 oder 2042 im Raum) wollte oder konnte die Regierung nicht eingehen. Übrigens, bei der WM 2006 hatte Deutschland der Fifa schon mal eine attraktive Steueroase gebastelt. Ob sich so etwas je wiederholt, hängt vielleicht auch am neuen Investorenkurs – und an der Frage, wie viel Einfluss die Politik sich wirklich nehmen lässt.

Die Bundesregierung lässt die Debatte um den geplanten Einstieg von Investoren bei Fifa-Weltmeisterschaften weitgehend an den Sportverbänden, pocht aber deutlich darauf, dass große Sportevents wie die Fußball-WM weiterhin für breite Teile der Bevölkerung offenbleiben. Dabei stehen vor allem Bezahlbarkeit und gesellschaftlicher Nutzen für die Fans im Fokus — die Regierung sieht im Fußball mehr als nur ein Geschäftsfeld. Angesichts möglicher Investorenbeteiligungen stellen sich zudem neue Fragen hinsichtlich steuerlicher Privilegien und zukünftiger deutscher Bewerbungen, wobei Experten auf mögliche juristische Hürden hinweisen. Aktuelle Recherchen zeigen, dass die Diskussion in Fußball-Verbänden und im politischen Betrieb unterschiedlich intensiv geführt wird. Immer wieder ist davon die Rede, dass die Kommerzialisierung des Sports zunehmen könnte, während gleichzeitig gesellschaftlicher Zusammenhalt und partizipative Werte auf der Strecke bleiben. Ein bemerkenswerter Aspekt: Laut aktuellen Medienberichten planen einige Länder bereits konkrete Bewerbungen für kommende WMs, was die Brisanz der Investorendebatte weiter erhöht.

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