Manchmal wirkt der DFB-Pokal wie ein Déjà-vu mit kleinen Kratzern im Lack – so war es auch am Montagabend. Der Hamburger SV ließ sich von Drittligist Verl kaum beirren, schob das Spiel mit einem glatten, fast lässigen 3:0 über die Bühne. Gronbaek traf zweimal, bevor man richtig darüber nachdenken konnte, ob es spannend werden würde. Und Louis Lemke machte kurz nach Wiederanpfiff zu. Danach schien einigen Hanseaten die Lust am weiteren Aufwand ein bisschen abhandengekommen zu sein – warum auch Energie verschwenden? Köln dagegen bekam die harte Tour: Nach 20 Minuten klingelte es plötzlich im eigenen Kasten – ausgerechnet Abrangao schoss für Würzburg. Knapp eine Stunde und einige Schweißperlen später wendete Johannesson mit zwei Treffern das Blatt; aber ehrlich gesagt, die Kölner sahen zwischendurch aus, als könnten sie sich selbst nicht trauen. Wolfsburgs Duell gegen Altglienicke wiederum entwickelte sich zum klassischen Pokalkrimi, mit Verlängerung, Drama und allem, was das etwas abgeschmackte, aber offenbar ewige Dogma „der Pokal schreibt seine eigenen Geschichten“ hergibt. Interessant, wie oft das wirklich stimmt – und wie leicht große Namen ins Straucheln kommen.
Die erste DFB-Pokalrunde steckte voller typischer Momente: Favoriten wie der HSV setzten sich trotz einiger Lässigkeit souverän durch, während Köln und Wolfsburg deutlich mehr Mühe hatten. Besonders die knappen oder überraschenden Spielverläufe erinnern daran, warum der Pokal selten reine Routine ist. Noch bemerkenswerter war, dass auch Teams aus höheren Ligen wie der 1. FC Heidenheim und Hansa Rostock bereits die Segel streichen mussten. Neuere Artikel von www.kicker.de und sportschau.de betonen die Unsicherheit der Siege, das Pokalflair vor Ort (teils mit fast schon familiärer Stimmung) und steigenden Druck auf einige Bundesligisten. Zudem äußerten sich mehrere Trainer überrascht über den Widerstand der Außenseiter und zeigten sich gleichzeitig erleichtert, diese K.-o.-Runde überstanden zu haben. Viele Beobachter sehen gerade in der ersten Runde den Grund, warum der Pokal für alle etwas Magisches bleibt – weil er am Ende immer wieder Ergebnisse bringt, die so keiner vorhersehen konnte.