Überraschungen blieben diesmal eher aus, zumindest aus Sicht der Favoriten: Der Hamburger SV spielte am Montagabend gegen SC Verl fast wie im Trainingsmodus, holte sich den Sieg ohne großes Zittern. 3:0 stand es am Ende auf der Tafel – einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob hier zwei Ligen Unterschied aufeinanderprallten. Albert Gronbaek sorgte kurz vor und kurz nach der Pause für klare Verhältnisse, und Louis Lemke besiegelte die Sache kurz danach – Effizienz kann auch entspannt aussehen.
Anders, fast schon dramatisch, verlief das Spiel für die Kölner: Nach einem frühen (18. Minute) Gegentor von David Abrangao gegen die Kickers aus Würzburg sah es kurzzeitig nach einer Blamage aus, die Domstädter rannten dem Rückstand gefühlt ewig hinterher. Dann, Isak Johannesson – erst in der 62., dann in der 77. Minute – eine One-Man-Show der Erlösung. 2:1 der Endstand, einmal tief durchatmen reicht da kaum.
Der VfL Wolfsburg – fast hätte er sich dem Gefühlskino der Erstrunden-Krimis angeschlossen: Gegen Altglienicke, die sonst Regionalliga Nordost spielen, musste es in die Verlängerung gehen, nachdem Wolfsburg nicht über ein 2:2 in der regulären Spielzeit hinauskam. Manchmal sind eben doch die Kleinen gefährlich…
Der HSV schlängelte sich beinahe mühelos in die nächste Runde des DFB-Pokals und konnte Kräfte schonen. Köln dagegen war durchaus am Rande einer Pokalüberraschung, schaffte es mit einem Johannesson-Doppelpack jedoch, die Partie noch zu drehen. Wolfsburgs Pokalabend entpuppte sich gar als Nervenprobe, die Elbstädter aus Altglienicke brachten den Favoriten in die Verlängerung, was an andere berühmte Pokaldramen erinnert.
Recherchiert man zum aktuellen Stand im DFB-Pokal, dominieren die Berichte zur knappen Rettung der Kölner gegen Würzburg, aber auch die Diskussion um die Spannung in der ersten Runde allgemein. Die Traditionsmannschaften HSV und Köln konnten also weitermachen – doch schon zeichnet sich ab, dass in kommenden Runden wohl mehr Zittern angesagt sein wird. Interessanter Nebenaspekt: Die Personalfragen und Rotationstaktiken der Trainer werden angesichts belastender englischer Wochen bereits früh kritisch beleuchtet.