ICE-Direktzug Berlin–Paris auf Eis: Technische Hürden bremsen Prestigeprojekt aus

Auf der Verbindung Berlin–Paris rollt vorerst kein ICE mehr direkt durch: Technische Schwierigkeiten mit dem europäischen Signalsystem sorgen für Zwangspause.

heute 14:10 Uhr | 3 mal gelesen

Die ICE-Direktstrecke von Berlin über Frankfurt nach Paris ist unerwartet aus dem Fahrplan verschwunden – gar nicht mal so leise und dennoch fast im Stillen. Laut einer Auskunft gegenüber dem „Tagesspiegel“ liegt das Problem am europäischen Zugleitsystem ETCS, genauer an den Schwierigkeiten von Alstom. Wer das Ticket schon in der Tasche hatte, bekam eine Nachricht: Jetzt heißt es zwangsläufig umsteigen, entweder in Frankfurt oder Mannheim, so steht’s zumindest im DB Navigator und in einer E-Mail. Kurios irgendwie, wie so ein Prestigeprojekt ausgerechnet in den Wirren der Technik ins Stocken gerät; offiziell gab es für die breite Öffentlichkeit bislang kaum ein Wort dazu. Eine baldige Lösung? Unklar! Alstom gibt sich kämpferisch und verspricht Besserung – Details bleiben aber dünn.

Vergangenen Dezember war der Start der Direktverbindung noch Anlass für große Worte: Politik und Bahn verliehen dem Ganzen europäischen Glanz, von Freundschaft und Einigkeit war die Rede, fast pathetisch. Nun, so ganz zusammenwachsen klappt’s eben nicht immer auf Knopfdruck. Bemerkenswert: Der Zug war zuletzt regelrecht gefragt, oft zu vier Fünfteln ausgebucht. Bis zur Wiederaufnahme bleiben Reisenden immerhin Alternativen, etwa die Nachtzüge des jungen Anbieters European Sleeper, der immerhin auch wieder ohne Umstiege Berlin und Paris verbindet – nur halt ein bisschen langsamer, vielleicht nostalgischer.

Der direkte ICE zwischen Berlin und Paris wurde aufgrund technischer Probleme mit dem Alstom-Zugsicherungssystem ETCS vorläufig eingestellt. Reisende sind nun auf Verbindungen mit Umstiegen oder auf Nachtzüge wie jene von European Sleeper angewiesen. Ein Termin für die Wiederinbetriebnahme ist noch offen; die Deutsche Bahn und Alstom arbeiten jedoch an einer raschen Lösung. Nach Recherchen wurde bekannt, dass die Schwierigkeiten offenbar mit Software-Updates und Zulassungen zusammenhängen – ein bekanntes Problem beim europaweit einheitlichen Signalwesen, das immer wieder zu Verzögerungen bei internationalen Verbindungen führen kann. Die Unterbrechung trifft auf Unverständnis und Kritik bei Pendlern und Geschäftsreisenden, die die Direktverbindung wegen Zeitersparnis und Umweltaspekten schätzten. Die neue Entwicklung verdeutlicht, wie verwundbar grenzüberschreitende Mobilität gegenüber technischen oder regulatorischen Hürden weiterhin ist. Zugleich wird an politischen Lösungen gearbeitet, um den europäischen Bahnverkehr nachhaltiger und zuverlässiger zu gestalten.

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