Vergangenen Dezember war der Start der Direktverbindung noch Anlass für große Worte: Politik und Bahn verliehen dem Ganzen europäischen Glanz, von Freundschaft und Einigkeit war die Rede, fast pathetisch. Nun, so ganz zusammenwachsen klappt’s eben nicht immer auf Knopfdruck. Bemerkenswert: Der Zug war zuletzt regelrecht gefragt, oft zu vier Fünfteln ausgebucht. Bis zur Wiederaufnahme bleiben Reisenden immerhin Alternativen, etwa die Nachtzüge des jungen Anbieters European Sleeper, der immerhin auch wieder ohne Umstiege Berlin und Paris verbindet – nur halt ein bisschen langsamer, vielleicht nostalgischer.
Der direkte ICE zwischen Berlin und Paris wurde aufgrund technischer Probleme mit dem Alstom-Zugsicherungssystem ETCS vorläufig eingestellt. Reisende sind nun auf Verbindungen mit Umstiegen oder auf Nachtzüge wie jene von European Sleeper angewiesen. Ein Termin für die Wiederinbetriebnahme ist noch offen; die Deutsche Bahn und Alstom arbeiten jedoch an einer raschen Lösung. Nach Recherchen wurde bekannt, dass die Schwierigkeiten offenbar mit Software-Updates und Zulassungen zusammenhängen – ein bekanntes Problem beim europaweit einheitlichen Signalwesen, das immer wieder zu Verzögerungen bei internationalen Verbindungen führen kann. Die Unterbrechung trifft auf Unverständnis und Kritik bei Pendlern und Geschäftsreisenden, die die Direktverbindung wegen Zeitersparnis und Umweltaspekten schätzten. Die neue Entwicklung verdeutlicht, wie verwundbar grenzüberschreitende Mobilität gegenüber technischen oder regulatorischen Hürden weiterhin ist. Zugleich wird an politischen Lösungen gearbeitet, um den europäischen Bahnverkehr nachhaltiger und zuverlässiger zu gestalten.