Neulich, als ich mich mal wieder durch die neuesten Zahlen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) gewühlt habe, ist mir eines aufgefallen: Die Immobilienpreise in Deutschland tanzen weiterhin ihren eigenen, uneinheitlichen Tanz. Während der Index im Vergleich zum letzten Jahr immerhin leicht um 1,3 Prozent anzog, stagnierten die Preise auf den ersten Blick – im Quartalsvergleich war da nämlich nur ein Miniplus, wenn überhaupt (minus 0,1 Prozent).
Das eigentliche Zugpferd sind die Wohnimmobilien. Dort stiegen die Preise zwischen April und Juni 2026 um 1,9 Prozent – viel ist das zwar nicht, aber ziemlich stetig. Schaut man genauer hin, verteuerten sich Eigentumswohnungen am deutlichsten (2,6 Prozent über zwölf Monate), gefolgt von Eigenheimen (2,0 Prozent) und Mehrfamilienhäusern (1,6 Prozent im Jahresvergleich). Alles bleibt in Bewegung, aber ohne große Sprünge.
Ganz anders sieht es bei den Bürohäusern und im Einzelhandel aus. Dort rutschen die Werte ab – minus 1,2 Prozent bei Büros, minus 0,2 Prozent im Bereich Einzelhandel. Offenbar reagieren Geschäftshäuser viel sensibler als Wohnraum auf Inflation, Zinsen und Konjunkturflaute. Wer wollte das nach den letzten Jahren auch bestreiten? Der Markt für Wohnimmobilien wirkt da fast wie eine Trutzburg: Die Nachfrage bleibt groß, die Preise steigen, wenn auch langsamer als früher. Besonders spürbar übrigens in Hamburg (3,8 Prozent Plus), während Berlin das Schlusslicht bildet.
Auch die Neuvertragsmieten drehen weiter an der Preisspirale, zumindest bei Mehrfamilienhäusern – die legten um 3,2 Prozent zu, was weniger ist als zuvor, aber immer noch spürbar. Renditejäger können sich hier ein wenig freuen: Weil die Mieten rascher als die Hauspreise stiegen, wuchs die Rendite für Investoren um satte 1,5 Prozent. In den besonders nachgefragten Städten sieht es unterschiedlich aus: Während die Durchschnittsmiete in Düsseldorf am stärksten zulegte, hinkte Berlin ganz schön hinterher.
Beim Gewerbe sieht das Bild finsterer aus: Erstmal seit Längerem sacken die Preise ab – besonders Büros werden billiger, in der Hoffnung vielleicht auf eine wirtschaftliche Trendwende. Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Laut VDP-Chef Tolckmitt hat die wirtschaftliche Gesamtlage und die erfolgreiche Umsetzung einer Reformagenda das Potenzial, auch im Gewerbebereich für Besserung zu sorgen. Aber, ganz ehrlich, so richtig will das derzeit noch niemand beschwören.
Der deutsche Immobilienmarkt präsentiert sich auch im zweiten Quartal 2026 als gespaltenes Feld: Während Wohnimmobilien nach wie vor im Preis klettern (vor allem Eigentumswohnungen verbuchen das größte Plus), geraten Gewerbeobjekte, insbesondere Büros, deutlich unter Druck. Zentral bleibt der Nachfrageüberhang bei Wohnungen – der Wohnungsmangel treibt weiter die Preise und Mieten, wenn auch abgeschwächt. Auffällig: Die Preisanstiege konzentrieren sich auf bestimmte Städte wie Hamburg oder Köln, während in anderen Regionen – zum Beispiel Berlin – die Dynamik abnimmt. Hinzu kommen neue Entwicklungen: Ein Artikel der Süddeutschen Zeitung betont, dass steigende Baukosten durch Energiepreisanpassungen das Angebot an Neubauten weiter ausdünnen und die Preissituation verschärfen (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)). Die FAZ berichtet, dass Unsicherheiten durch politische Instabilität und Zinsänderungen das Investitionsverhalten bremsen, gerade große Kapitalanleger reagieren vorsichtig (Quelle: [Frankfurter Allgemeine Zeitung](https://www.faz.net)). Die Zeit hebt hervor, dass verschärfte Klimavorgaben für ältere Immobilien (Stichwort: Sanierungspflicht) besonders in Ballungsräumen Preisunterschiede befördern – für viele Eigentümer kommt dadurch neue Unsicherheit ins Spiel (Quelle: [Die Zeit](https://www.zeit.de)).