Jugendschutz stärken: Härtere Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt gefordert

Kerstin Claus, die Bundesbeauftragte für den Schutz vor sexuellem Missbrauch, pocht auf schärfere Gesetze: Jugendliche brauchen mehr Sicherheit – das aktuelle Mindestalter für sexuelle Kontakte sei viel zu niedrig.

heute 19:26 Uhr | 2 mal gelesen

Kerstin Claus macht es deutlich: Zwar ist der Plan von Justizministerin Steffi Hubig, das „Nur Ja heißt Ja“-Prinzip auch für Minderjährige durchzusetzen, ein Schritt nach vorn – aber das genügt Claus längst nicht. Sie kritisiert, dass das derzeitige Schutzalter von 14 Jahren viel zu niedrig angesetzt ist. Schulen, meint sie, sind schlichtweg nicht ausreichend auf Missbrauch durch Lehrpersonal vorbereitet; ihr fehle es oft an Basiswissen, wie Täter vorgehen, oder am Willen, Vorfälle lückenlos zu untersuchen. Noch absurder: Selbst bei eindeutigen Fällen informieren Schulen meist nicht die zuständigen Unfallkassen, wodurch Betroffene auf Therapie- oder Rentenansprüche verzichten müssen. Claus spricht von einer alarmierenden Zurückhaltung und fordert verpflichtende Schulungen sowie eine bessere Bearbeitung solcher Fälle. Für den Spätsommer stellt sie eine bundesweite Umfrage unter Neuntklässlern darüber in Aussicht, wie häufig sie Gewalt erlebt haben – ein Schritt in Richtung mehr Transparenz. Hintergrund ist der Fall eines Berliner Lehrers, der zwischen 2016 und 2021 mehrere Schülerinnen missbraucht haben soll. Der Prozess läuft, das Urteil wird noch diese Woche erwartet.

Kerstin Claus mahnt an, dass der Schutz von Jugendlichen vor sexueller Gewalt dringend verstärkt werden muss, da das jetzige Mindestalter und die schulischen Maßnahmen nicht ausreichen. Innovative Konzepte wie das Ausweiten des "Nur Ja heißt Ja"-Prinzips markieren zwar Fortschritt, doch bleibt die strukturelle Trägheit vieler Schulen – insbesondere in der Aufarbeitung und Prävention – ein erhebliches Problem. Neue Recherchen zeigen zudem, dass Betroffene oft auf ihre Rechte verzichten müssen, weil Fälle weder gemeldet noch transparent behandelt werden. Nach neuesten Berichten aus verschiedenen Medien gibt es derzeit eine breite öffentliche und politische Debatte um einen wirksameren Jugendschutz in Deutschland. Die Bundesregierung prüft verstärkte Meldepflichten sowie klarere Regeln für Bildungsinstitutionen. Erste Bundesländer denken laut Medienberichten über die Einführung von Kinderschutzbeauftragten an jeder Schule nach. Parallel fordern viele Betroffenenverbände eine Enttabuisierung von sexualisierter Gewalt und eine umfassende Qualifizierung des Schulpersonals.

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