Krankenversicherung: SoVD mahnt fairen Lastenausgleich bei der GMK an

Hannover – Bevor sich die Gesundheitsministerinnen und -minister in Hannover treffen, richtet der Sozialverband Deutschland (SoVD) einen eindringlichen Appell an sie: Die finanziellen Schwierigkeiten der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen nicht weiterhin allein den Versicherten aufgebürdet werden. Monat für Monat stemmen sie bereits hohe Beiträge – weitere Erhöhungen sind für SoVD-Vorstand Michaela Engelmeier unzumutbar. 'Die Zeche dürfen nicht wieder die zahlen, die schon jetzt viel tragen müssen.'

heute 19:41 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn es um die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen geht, staut sich Ärger und Frust: Der SoVD ruft zum Umdenken auf. Die Gesundheit ist nicht irgendein Sparschwein, aus dem man sich nur bedient, wenn das Geld knapp wird. Für Engelmeier und viele Versicherte ist längst klar: Eine stabile Krankenversicherung braucht mehr als nur neue Kosten für die Beitragszahler. Statt kurzfristiger Notmaßnahmen und Beitragsanhebungen sollte endlich die gerechte Verteilung von Lasten im Zentrum stehen – und auch der Staat mehr Verantwortung übernehmen, etwa durch Steuerfinanzierungen. Besonders ärgern den Verband die jüngsten Kürzungen durch den Bund, die bedeutende Lücken reißen. Ferner fordert der SoVD entschiedene Schritte gegen kostentreibende Fehlentwicklungen und unnötige Ausgaben, die für die Patientenversorgung kaum einen echten Gewinn bringen. Wiederholen möchte der Verband nicht, dass Menschen, die schon geschwächt sind – etwa Kranke, Familien oder Berufstätige – immer mehr mitfinanzieren sollen. Ein Gesundheitssystem nach dem Solidarprinzip, das auf Leistungsfähigkeit achtet und Versorgungsqualität garantiert, sei dringend nötig, so Engelmeier. Die Ministerkonferenz müsse daher endlich Zeichen setzen – und nicht weiter auf dem Rücken der Beitragszahler sparen.

In Deutschland steht die gesetzliche Krankenversicherung unter erheblichem Kostendruck. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert strukturelle Reformen statt weiterer Beitragserhöhungen und spricht sich für eine solidarischere und gerechtere Finanzierungsstruktur aus. Dabei kritisiert der Verband die jüngsten Kürzungen der Bundesmittel und warnt, dass gesellschaftliche Aufgaben – etwa die Versorgung von Bürgergeld-Empfängern – nicht länger von den Versicherten mitgetragen werden sollten. Das aktuelle System greift zu oft auf diejenigen zurück, die ohnehin die Hauptlast tragen: Erwerbstätige, Familien, chronisch Kranke. Mehreinnahmen könnten durch eine stärkere Steuerfinanzierung erzielt werden, wie auch verschiedene Bildungseinrichtungen und Soziale Organisationen fordern. Parallel berichtet das Bundesgesundheitsministerium über Pläne zur Digitalisierung und schlankeren Verwaltung, um versteckte Kosten zu senken, etwa durch E-Rezepte oder Bürokratieabbau. Einigkeit besteht selten, doch die Debatte zeigt – die Frage, wie und von wem Krankenkassen bezahlt werden, bleibt ein gesellschaftlicher Dauerbrenner.

Schlagwort aus diesem Artikel