Obwohl Friedrich Merz (CDU) nicht aus der Ferienidylle zurückkehrt, bleibt er am Thema: Der Vorfall rund um die Drohne am Leipziger Flughafen hält ihn – so zumindest aus den Worten des Vize-Regierungssprechers Sebastian Hille herauszuhören – in Alarmbereitschaft. 'Er ist im engen Austausch, vor allem mit dem Bundesinnenminister und anderen relevanten Beteiligten', betonte Hille am Montag. Am Freitag tagte sogar der Nationale Sicherheitsrat, auch hier hatte Merz wohl digital seine Finger am Puls – angeblich aus der Ferne. Offenbar steht Merz parat, sollte es erforderlich sein – aber sobald es um eine Aussage vor der Öffentlichkeit geht, herrscht komplette Funkstille. Die Frage nach einem Termin für eine Ansprache des Kanzlers sorgte beim Regierungssprecher fast für betretenes Schweigen. Auch das Innenministerium hielt sich auf Nachfrage bedeckt. Besonders, als es um die Andeutung von Innenminister Dobrindt (CSU) ging, dass womöglich ausländische Kräfte hinter der Aktion steckten. 'Das ist Bestandteil der noch laufenden Untersuchungen', gab sich die Sprecherin kurz angebunden. Es bleibt ein Verwirrspiel – und vielleicht ist gerade das alles andere als beruhigend.
In den letzten Tagen sorgte ein Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig für Unruhe und eine Welle von Spekulationen über die Hintergründe. Kanzler Friedrich Merz wurde zwar regelmäßig darüber informiert, hielt sich allerdings bisher mit jeder Form von öffentlich erreichbarer Einordnung überraschend zurück. Auch aus Regierungskreisen gibt es bei entscheidenden Fragen – wie etwa zu möglichen ausländischen Drahtziehern oder weiteren Sicherheitsproblemen – bisher kaum erhellende Details. Nachtrag: Die aktuelle Recherche ergab, dass der Vorfall als beunruhigendes Beispiel für die Verwundbarkeit von kritischer Infrastruktur in Deutschland gilt, und Sicherheitsexperten mahnen an, dass die rechtlichen und technischen Möglichkeiten zur Drohnenabwehr weiterhin unzureichend seien. Darüber hinaus werden die Ermittlungen bislang durch das Luftfahrt-Bundesamt und das Innenministerium koordiniert; es gibt allerdings noch keine belastbaren Hinweise zu Tätern oder Motivlage.