Nadeschdin berichtet aus dem Exil, dass es der russischen Opposition derzeit an jeglicher Perspektive fehlt, sich demokratisch und legal in den politischen Prozess einzubringen. Zwar ist die Ablehnung des Krieges in weiten Teilen der Bevölkerung zu spüren, doch der Kreml hat durch Repressionen und manipulative Diskreditierung oppositioneller Stimmen (wie Nadeschdins Ernennung zum 'ausländischen Agenten') jede Form von Antikriegsparteien aus dem politischen Raum verdrängt. Das Vertrauen in Putins Führung schwindet, insbesondere weil die versprochene Sicherheit und Wirtschaftsstabilität durch Drohnenangriffe und Sanktionen ins Wanken geraten sind. Laut aktuellen Recherchen gibt es Anzeichen, dass im Vorfeld der Duma-Wahl eine schon länger schwelende Protestbereitschaft wächst, während gleichzeitig die russische Führung weiterhin hart gegen kritische Stimmen vorgeht und unabhängige Kandidaturen systematisch unterbindet. Weltweit berichten Medien zudem von einer steigenden Zahl russischer Auswanderer und Dissidenten, die sich im Ausland organisieren, um den Kreml unter Druck zu setzen – gleichzeitig nimmt die Zensur in Russland erneut zu, etwa durch die Sperrung kritischer Websites und Verfolgung von Journalisten. Auch internationale Stimmen verweisen auf die paradoxe Lage: Während die öffentliche Kritik im Land erdrückt wird, finden regimekritische Ideen im Internet verstärkt anonymen oder ausländischen Widerhall.