Neues Ticket für Gelegenheitsnutzer: Länder wollen bundesweite Lösung für seltene Bus- und Bahnfahrende

Wer nur hin und wieder mit Bus oder Bahn unterwegs ist, könnte bald von einem neuen, flexiblen Ticket profitieren. Ein solches Angebot soll eine Lücke schließen, die das beliebte Deutschlandticket bislang offen lässt. Fahrgastvertreter bringen bereits Ideen für Tageskarten und Familienangebote ins Spiel.

heute 10:44 Uhr | 2 mal gelesen

Politik sucht Lösungen für Wenigfahrer

Es ist schon auffällig: Im Dschungel der Tarifoptionen fehlt bislang eine einfache Lösung für Menschen, die den Nahverkehr nur gelegentlich benutzen. Genau hier setzen die Überlegungen der Verkehrsminister an.

Ideen aus der Praxis: Was Gelegenheitsfahrer wirklich brauchen

Manche Stimmen – Detlef Neuß vom Fahrgastverband Pro Bahn etwa – weisen darauf hin, wie viel Potenzial bisher ungenutzt bleibt. Wer kein Deutschlandticket braucht, schaut häufig ratlos auf Einzelpreise, die schnell abschrecken können. Neuß schlägt daher deutschlandweit gültige Tagesfahrkarten oder Gruppenangebote vor. Gerade Familien und Freundescliquen könnten damit verstärkt für Ausflüge auf Bus und Bahn umsteigen.

Blick in die Beschlussvorlage: Modell Deutschlandticket, aber flexibler

Die Verkehrsministerkonferenz, die diesmal im bayerischen Schongau stattfindet, geht das Thema an. Die Beschlussvorlage will ein ticketähnliches Modell auf den Weg bringen – deutschlandweit, aber eben speziell für weniger regelmäßige Nutzer. Darüber, welche Preiskategorie und welche zeitliche Gültigkeit das Ticket letztlich haben wird, gibt es aber noch kein abschließendes Urteil.

Finanzielle und organisatorische Hürden

Die Details werden allerdings noch verhandelt: Weder der Preis noch das Startdatum sind geklärt und viele Gremien mischen mit. Auch herausfordernd: Wie werden die Einnahmen zwischen Bund, Ländern und Verkehrsunternehmen aufgeteilt? Der Erfolg des Deutschlandtickets hat gezeigt, dass bundesweite Lösungen funktionieren können – wenn das Geld stimmt.

Erreichbarkeit und Alltagsnutzen im Fokus

Letztlich geht es darum, dass ein bundesweites Gelegenheits-Ticket nicht nur den Ballungsraum-Pendlern, sondern eben auch den sporadischen Nutzerinnen und Nutzern zugutekommt. Urlauber, Tagesausflügler, Menschen, die Verwandte besuchen – sie alle könnten mit einem unkomplizierten Angebot einen Grund mehr haben, das Auto stehen zu lassen. Damit das gelingt, wird entscheidend sein, wie einfach das neue Ticket zu nutzen ist – und ob die Preisgestaltung wirklich überzeugt.

Fazit: Viele Wünsche, viele offene Fragen

Die Verkehrsminister diskutieren weiter. Wann das Ticket für Gelegenheitsfahrer tatsächlich eingeführt wird und wie es am Ende aussieht – das bleibt vorerst offen.

Kernpunkte: Stand der Dinge und Ausblick

Das geplante Gelegenheits-Ticket soll vor allem jene ansprechen, die mit den bisherigen Tarifmodellen wenig anfangen konnten – das sind etwa Familien, Gruppenausflügler und all jene, für die ein Monatsabo einfach zu viel ist. Entscheidend bleibt die Tarifstruktur: Nur wenn das Ticket wirklich unkompliziert und preislich attraktiv ist, kann es Menschen überzeugen, vom Auto in den ÖPNV zu wechseln. Offen ist weiterhin, wie genau das Ticket ausgestaltet wird, was es kosten wird und wann es startet. Aus der aktuellen Berichterstattung etwa bei der Süddeutschen Zeitung und ZEIT online geht hervor, dass die politische Einigung eine Herausforderung bleibt – gerade bezüglich der Kostenaufteilung. Fahrgastvertreter fordern vor allem eins: Ein koordiniertes, kundenfreundliches Angebot ohne Tarifwirrwarr. Außerdem diskutieren Medien wie die FAZ und das Handelsblatt verstärkt die Bedeutung dieses Tickets für die Klimawende – ein erschwingliches, bundeseinheitliches Gelegenheitsangebot könnte laut Experten die Akzeptanz des ÖPNV in der Breite steigern. Aus den neuesten Berichten (Stand: 13. Juni 2024) geht zudem hervor, dass die Länder sich auf ein Eckpunktepapier verständigt haben, aber Bund und Verkehrsunternehmen bei der Finanzierung noch nicht am Ziel sind. Es bleibt also spannend.

Zusätzliche Details

Aktuell ist auch eine digitale Buchungs- und Kontrolllösung im Gespräch, damit die neuen Tickets einfach über Apps oder Automaten erreichbar sind. Dazu wurden Stimmen laut, dass besonders Touristen oder Gelegenheitsnutzer durch niedrigschwellige Angebote angelockt werden könnten, was wiederum die Einnahmen der Verkehrsverbünde stabilisieren würde. Hintergrundinfos von taz und SPON heben außerdem hervor, wie wichtig die Einbeziehung von Familien- und Gruppentarifen ist, um die tatsächlichen Nutzerbedürfnisse abzudecken.

Schlagwort aus diesem Artikel