Patientenrechte im Fokus: Nach Fehlerstatistik wächst der Reformdruck

Nach Veröffentlichung der neuen Fehlerstatistik des Medizinischen Dienstes ruft der Sozialverband Deutschland (SoVD) nach konkreten Schritten für bessere Patientenrechte – und nimmt dabei die Politik in die Pflicht.

heute 13:44 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal stolpert man über nüchterne Zahlen, die einen plötzlich ziemlich nachdenklich machen. Die aktuelle Statistik des Medizinischen Dienstes lässt jedenfalls nicht viel Spielraum für Optimismus: Fast 3.100 Behandlungsfehler wurden bestätigt, davon gingen 2.700 mit tatsächlichen Schäden für Patientinnen und Patienten einher. Michaela Engelmeier, Chefin des SoVD, macht da kein Hehl aus ihrer Enttäuschung, sondern fordert: Die Beweislast soll zugunsten der Betroffenen verschoben werden, und Ärztinnen sowie Ärzte müssen Fehler von sich aus offenlegen – nicht erst, wenn die Patientin explizit nachfragt. Angeklungen ist auch das Thema Akten: Medizinische Unterlagen sollten komplett und schriftlich bestätigt weitergegeben werden. Und falls hier blockiert wird? Dann findet Engelmeier deutliche Worte – bis hin zur Beweislastumkehr. Das klingt alles erstmal rechtlich-technisch, aber zwischen den Zeilen spürt man Frust über eine Praxis, bei der die Betroffenen oft am längeren Hebel der Institutionen scheitern. Ich frage mich dabei, warum der Impuls zu mehr Transparenz und fairen Prozessen längst nicht überall selbstverständlich geworden ist. Vielleicht steckt dahinter nicht nur System, sondern auch eine gewisse Starrheit des Gesundheitswesens, das sich selten freiwillig bewegt.

Die aktuelle Fehlerstatistik legt offen, dass medizinische Behandlungsfehler weiterhin ein ernstes Problem darstellen – und die Zahl derer, die dadurch geschädigt werden, ist unverändert hoch. Der SoVD fordert daher eine Reform: Ein abgesenktes Beweismaß, automatische Information der Patienten über Fehler und rechtliche Sanktionen bis hin zur Beweislastumkehr, wenn Akten oder Informationen vorenthalten werden. Außerdem gab es in den letzten Tagen verstärkte Debatten über weitergehende Patientenrechte, wobei Forderungen nach unabhängigen Ombudsstellen und transparenter Fehlerkultur lauter werden. Nach Medienberichten diskutieren politische Entscheidungsträger zudem, wie eine bessere Aufarbeitung solcher Fehler gelingen kann und welche Rolle moderne digitale Dokumentationssysteme dabei spielen könnten.

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