Reisen 2025: Weniger Grenzübertritte, dafür Boom bei Trips innerhalb Deutschlands

Im Jahr 2025 gingen die Gesamtreiseaktivitäten der Deutschen leicht zurück, doch das Interesse am eigenen Land stieg, während Reisen ins Ausland spürbar abnahmen.

heute 08:22 Uhr | 4 mal gelesen

Stellen Sie sich vor: Man sitzt mit Reisekatalogen am Küchentisch, plant die nächste Auszeit – und landet am Ende häufiger in der Heimat als im Ausland. Laut Statistischem Bundesamt ist die Gesamtzahl der Reisen mit mindestens einer Übernachtung von Menschen mit Wohnsitz in Deutschland 2025 um etwa 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Interessanterweise wuchs die Zahl der Inlandsreisen – scheinbar ein Comeback regionaler Entdeckungslust – und lag mit 169 Millionen so hoch wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie, sogar ein gutes Stück über dem Niveau von 2019. Reisen ins Ausland wurden hingegen zurückhaltender angetreten: Nur 105 Millionen bedeuteten ein sattes Minus von 8,3 Prozent im Vergleich zu 2024. Die Sehnsucht nach Italien, Österreich, Spanien, Frankreich und den Niederlanden bleibt jedoch konstant. Ein Gedanke am Rand: Ist die steigende Liebe zum Inland Ausdruck neuer Werte (Stichwort Nachhaltigkeit)? Oder schlicht ein pragmatisches Ergebnis gestiegener Kosten und geopolitischer Unsicherheiten? Verhältnismäßig überraschend ist, dass Geschäftsreisen wieder anziehen – fast wie vor Corona! Das Auto bleibt für die Mehrheit das bevorzugte Verkehrsmittel, was zeigt, wie wenig sich einige Gewohnheiten ändern, selbst wenn sich die Welt dreht. Ganz ehrlich: Ob am See in Bayern oder in einer Gasthausstube in der Eifel – das Reisefieber hat jetzt eben öfter deutsche Postleitzahlen.

Die offiziellen Zahlen werfen ein Licht auf das veränderte Reiseverhalten der Deutschen: 2025 wurde seltener übernachtet als im Vorjahr, aber die Attraktivität des eigenen Landes hat deutlich zugelegt. Geschäftsreisen spielen dabei eine wichtige Rolle, nahezu auf dem Niveau wie vor dem Ausbruch von COVID-19. Zugleich hat sich der Fokus weg von europäischen Zielen hin auf regionale Vielfalt verschoben, was vermutlich mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheiten wie Inflation, geopolitischen Krisen, aber auch einem Wandel der Werthaltungen zusammenhängt. Zusätzlich zeigen aktuelle Analysen aus Medienrecherchen, dass insbesondere hohe Flugpreise, anhaltende Streiks und die spürbare Inflation viele Menschen dazu bewegen, Reisepläne Heimat-näher und spontaner zu gestalten (taz, Spiegel, Zeit). Manche Regionen sprechen sogar von einem „Boom der Kurzurlaube“. Die Bahn verliert trotz intensiver Werbekampagnen weiterhin an Marktanteilen gegenüber dem Auto, was auf Preissensibilität und die Sehnsucht nach individueller Freiheit schließen lässt – dem widersprechen auch zahlreiche Kommentare in Online-Foren nicht. Interessant ist die wieder sinkende Bedeutung des Flugzeugs, während Reisebusse lediglich eine Nischenrolle behalten. Daher: Der Blick auf das deutsche Reisewesen 2025 ist facettenreich – und ein bisschen wie das Reisen selbst: voller kleiner Überraschungen.

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